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Irak: Bush erklärt sich zum Medienopfer

Läuft im Irak etwas schief? Nein, es ist eher so, dass die Medien ein schiefes Bild zeichnen. Das ist zumindest die Ansicht des amerikanischen Präsidenten, der sich am Montag in einer Rede zum Irak erklärte.

Am dritten Jahrestag der Irak- Invasion hat US-Präsident George W. Bush die Erfolge seiner Strategie herausgestellt. Die Medien ignorierten die guten Nachrichten aus dem Irak wie die Befriedung der Stadt Tel Afar, weil Bilder von Bombenexplosionen und Anschlägen spektakulärer seien, sagte Bush am Montag in einer Rede in Cleveland (Ohio). Der britische Außenminister Jack Straw äußerte sich dagegen besorgt. "Die Sicherheitslage im Irak ist ernst", sagte er am Rande eines EU-Außenministertreffens in Brüssel.

Die positiven Entwicklungen wie die in Tel Afar seien wenig nachrichtenträchtig, bedauerte Bush. Die Stadt mit rund 200 000 Einwohnern im Nordwesten des Landes sei 2004 fest im Würgegriff des Terrornetzwerks El Kaida gewesen. Die Terroristen seien nach einer ersten Säuberungsaktion durch US-Soldaten zurückgekehrt und hätten Moscheen, Schulen und das Krankenhaus eingenommen. Eine zweite Offensive im Frühjahr 2005 sei aber erfolgreich gewesen.

13 Tote am Montag

Leider sei die Situation im Irak nicht überall so wie in Tel Afar. Der Feind habe sich als äußerst brutal herausgestellt. Aufgeben komme aber nicht in Frage. "Wenn wir den Irak verlassen, dann nur aus einer Position der Stärke heraus, nicht der Schwäche", sagte Bush.

Bei mehreren Attentaten und Sprengstoffanschlägen kamen am Montag mindestens 13 Menschen ums Leben. US-Truppen setzten derweil ihre am Donnerstag begonnene Offensive "Schwärmer" gegen Terrorgruppen fort. Nach Armeeangaben wurden weitere Waffenverstecke ausfindig gemacht und Verdächtige festgenommen.