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Irak-Konflikt: Amerikaner und Briten wollen Ultimatum stellen

Die USA und Großbritannien wollen dem Irak mit einer neuen UN-Resolution ultimativ zur Entwaffnung auffordern. Es gebe noch keine Entscheidung über den Resolutionstext, aber eine «ganze Auswahl an Möglichkeiten».

Die USA und Großbritannien wollen Irak in einer neuen UN-Resolution ein Ultimatum zur umfassenden Zusammenarbeit mit den UN-Waffeninspekteuren stellen. Aus Diplomatenkreisen am Sitz der Vereinten Nationen in New York verlautete am Mittwoch, Washington und London strebten eine Abstimmung über die Resolution in zwei bis drei Wochen an. Der britische UN-Botschafter Jeremy Greenstock sagte, eine Entscheidung müsse "innerhalb von Wochen, nicht Monaten" fallen.

Im Laufe einer offenen Sitzung des Weltsicherheitsrates sprach sich eine große Mehrheit der Redner für eine friedliche Lösung der Irak-Krise aus. Während der zweitägigen Debatte meldeten sich Repräsentanten aus fast 60 Staaten zu Wort. Unterstützung für den harten Kurs der USA und Großbritanniens äußerten nur wenige Botschafter, unter anderem aus Australien, Japan, Südkorea, Albanien, Mazedonien und Nicaragua. Der irakische UN-Botschafter Mohammed el Duri sagte, sein Land werde "weiterhin konstruktiv kooperieren", um jeglichen Vorwurf zu widerlegen, Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen.

"Resolutionsentwurf in den kommenden Tagen"

Greenstock kündigte einen Resolutionsentwurf in den kommenden Tagen an. Der Sicherheitsrat müsse entscheiden, ob ein Militärschlag autorisiert werde oder die Inspektionen weitergingen, falls die irakische Regierung abzurüsten beginne. Der Text werde direkt oder indirekt ein Ultimatum an Irak zur Zusammenarbeit mit den Waffeninspekteuren enthalten. Der Sprecher des amerikanischen UN-Botschafters John Negroponte, Richard Grenell, sagte, es sei an der Zeit dass der Sicherheitsrat eine Resolution in Erwägung ziehe, die besage, dass Irak grundlegend gegen die Forderungen der Vereinten Nationen verstoßen habe.

Greenstock rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Debatte über den 1. März hinausgeht. An diesem Tag soll UN-Chefinspekteur Hans Blix dem Sicherheitsrat seinen nächsten Bericht vorlegen.