Irak Mehr als 50 Tote bei Anschlagsserie


Bei einer erneuten Anschlagsserie im Irak sind über 50 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Fast zeitgleich explodierten in Tikrit, Hawidscha und im Süden Bagdads Bomben.

Bei zwei Anschlägen im Irak sind am Mittwochmorgen mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. In der Kleinstadt Hawidscha riss ein Selbstmordattentäter vor einem Rekrutierungszentrum von Polizei und Armee 30 Menschen mit in den Tod. Bei einem weiteren Anschlag in Tikrit kamen laut Polizei mindestens 24 Menschen ums Leben, als ein Selbstmordattentäter eine Autobombe in die Luft sprengte.

In Hawidscha wurden weitere 35 Menschen nach Polizeiangaben verletzt. Der Attentäter hatte vor dem Rekrutierungsbüro mit rund 150 Bewerbern in einer Warteschlange gestanden. Zunächst war die Polizei von einem Autobombenanschlag ausgegangen.

In Tikrit wurden 69 Zivilpersonen und ein Polizist verletzt. Den Angaben zufolge sprengte ein Selbstmordattentäter sein Fahrzeug auf einem kleinen Markt in der Nähe einer Polizeistation in die Luft. Ein Polizeisprecher berichtete, der Mann sei daran gehindert worden, den Anschlag direkt vor der Polizeistation auszuführen, und habe den Wagen dann in die Menschenmenge gesteuert. Das rund 130 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Tikrit ist die Heimatstadt des gestürzten Machthabers Saddam Hussein.

US-Senat bewilligt 82 Milliarden Dollar

Für das Amt des Botschafters im Irak nominierte US-Präsident George W. Bush am Dienstag Zalmay Khalilzad. Wenn der Senat zustimmt, wird der aus Afghanistan stammende Diplomat Nachfolger von John Negroponte, der nach nur wenigen Monaten in Bagdad zum ersten Nationalen Geheimdienstdirektor der Vereinigten Staaten berufen wurde. Khalilzad ist seit 2003 Botschafter in Afghanistan.

Nach dem US-Repräsentantenhaus bewilligte am Dienstag auch der Senat weitere 82 Milliarden Dollar (63,8 Milliarden Euro) vor allem für die Kriege in Afghanistan und im Irak. Damit summieren sich die Ausgaben für die Militäreinsätze und den Kampf gegen den Terror seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf mehr als 300 Milliarden Dollar (233 Milliarden Euro).

Der Senat stimmte der Freigabe der zusätzlichen Milliarden mit 100 zu 0 Stimmen zu. Das Repräsentantenhaus hatte das Geld letzte Woche gebilligt. Nun muss noch US-Präsident Bush das Gesetz unterzeichnen, das weitgehend seinen Forderungen entspricht. Das meiste Geld wird für Militäraktionen bereitgestellt, insgesamt 75,9 Milliarden Dollar (59,1 Milliarden Euro). Für Auslandshilfe und internationale Programme wurden 4,5 Milliarden Dollar freigegeben.

AP AP

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