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Irak: Neun Tote bei Anschlägen westlich von Bagdad

Unbekannte haben am Mittwoch westlich von Bagdad fünf US-Soldaten und vier weitere Ausländer durch eine Bombe getötet. Die fünf Soldaten starben in ihren gepanzerten Militärfahrzeugen.

Unbekannte haben am Mittwoch westlich von Bagdad fünf US-Soldaten und vier weitere Ausländer getötet. Wie der arabische Nachrichtensender El Arabija unter Berufung auf einen amerikanischen Militärsprecher berichtete, starben die fünf Soldaten in ihren gepanzerten Militärfahrzeugen, als am Morgen in El Chalidija ein Sprengsatz am Straßenrand explodierte. Der zweite Angriff ereignete sich in der nur wenige Kilometer entfernten Stadt Falludscha. Während einige Augenzeugen Reportern vor Ort erklärten, bei den vier Getöteten handele sich um vier US-Soldaten, erklärten andere dem Nachrichtensender El Arabija, die Getöteten seien Zivilisten. Aus beiden Geländewagen stiegen hohe Flammen empor, während Einwohner von Falludscha anti-amerikanische Slogans riefen.

Am Mittwochmorgen wurden außerdem elf Iraker bei einem Sprengstoffanschlag auf den Gouverneur der Provinz Dijala, Abdullah el Dschiburi, verletzt. Der Gouverneur sei unverletzt geblieben, sagten Augenzeugen einem epa-Fotografen vor Ort. Vier Leibwächter und vier Zivilisten wurden verletzt. El Arabija zeigte Bilder eines zerstörten Autos, das am Straßenrand in der nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Bakuba explodiert war. Dschiburi war Ende letzten Jahres bereits zwei Attentaten entgangen.

Leiche durch die Straßen geschleift

Nach dem Angriff schleiften Iraker die verbrannte Leiche eines Opfers durch die Straßen der Stadt geschleift. Sie warfen Steine auf einen zweiten Toten, der sich noch in einem der brennenden Wagen befand.

Aufnahmen von Reuters TV zeigten Iraker, die um zwei brennende Zivilfahrzeuge tanzten und das Siegeszeichen machten. Sie riefen "Lang lebe Falludscha" und "Allahu Akbar" ("Gott ist groß"). Auf Fotos war zu sehen, wie ein Mann eine verbrannte Leiche mit Füßen trat und auf den Kopf trampelte. Ein Toter mit hellen Haaren und in Zivilkleidung - offenbar ein Ausländer - lag auf der Straße neben einem der Fahrzeuge. Seine Füße brannten und sein Hemd war mit Blut getränkt.

Augenzeugen berichteten, die beiden Geländewagen seien aus unterschiedlichen Richtungen durch die Stadt gefahren, als sie im Zentrum angegriffen wurden. Die Angaben über die Zahl der Toten schwankten zwischen drei und sechs.

In der Stadt rund 50 Kilometer westlich der irakischen Hauptstadt Bagdad ist die anti-amerikanische Stimmung besonders groß. Freischärler greifen regelmäßig US-Militärkonvois an, legen Bomben oder feuern mit Panzerfäusten oder Handfeuerwaffen.

DPA, Reuters