Irak Putzfrauen als Selbstmordattentäterinnen


Beim schlimmsten Bombenanschlag seit einem Monat haben sich zwei Attentäterinnen in einer Bagdader Polizeiakademie in die Luft gesprengt und mindestens 43 Menschen getötet. Die Attentäterinnen waren als Putzfrauen in der Akademie angestellt.

Zwei Putzfrauen haben sich am Dienstag in der Polizeiakademie von Bagdad als lebende Bomben in die Luft gesprengt und mindestens 43 Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Polizeiangaben zündeten sie ihre Sprengstoffgürtel in der Kantine, als an die Polizeischüler gerade ein zweites Frühstück ausgegeben wurde. 75 Menschen seien verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Nach vier weiteren Putzfrauen, die an dem Anschlag ebenfalls beteiligt gewesen sein sollen, fahndete die Polizei am Dienstagmittag noch. Zum Zeitpunkt des Anschlags seien keine US-Soldaten in dem Gebäude gewesen, teilte das Militär mit. Es sei der schlimmste Bombenanschlag seit einem Monat gewesen, teilten die Streitkräfte mit.

Die US-Armee stellte den Vorfall anders dar. Demnach kamen 27 Polizisten und Schüler ums Leben. Zuerst habe sich ein Mann vor einem Klassenraum in die Luft gesprengt. Anschließend hätten die Schüler Schutz in einem Bunker gesucht, in dem dann ein zweiter Attentäter seinen Sprengsatz gezündet habe. Unter den mindestens 50 Verletzten sei auch ein amerikanischer Vertragsarbeiter des Militärs.

Lage vor der Wahl verschärft

Nach Angaben der irakischen Polizei explodierte eine Bombe in der Cafeteria, als die Schüler der Akademie dort gerade ein zweites Frühstück einnahmen. Die zweite sei während des Anwesenheitsappells hochgegangen. Die US-Streitkräfte hingegen teilten mit, die Frauen hätten sich in einem Klassenraum in die Luft gesprengt, der mit Polizeischülern voll besetzt war.

Polizisten und Sicherheitskräfte im Irak stehen besonders im Visier sunnitischer Aufständischer. Die Anschläge drohen die Lage im Land vor den Wahlen zusätzlich zu verschärfen. Am 15. Dezember sollen die Iraker erstmals seit dem Sturz von Saddam Hussein ein Parlament für eine volle Legislaturperiode wählen.

Reuters/DPA DPA Reuters

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