Irak Rekruten bei Explosion getötet


Bei einer Explosion vor einer Wache im Westen Iraks sind mindestens sieben Rekruten der von den USA unterstützten Polizeitruppe getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

Der örtliche Polizeichef machte Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein für den Anschlag in der Stadt Ramani verantwortlich. Erst am Vortag hatte der arabische Fernsehsender El Dschasira eine Tonbandaufnahme ausgestrahlt, in der angeblich Saddam zum Widerstand gegen die Besatzungstruppen aufrief. Ramadi liegt in einer hauptsächlich sunnitischen Region im Umland der Hauptstadt Bagdad. Das Gebiet war lange eine Bastion Saddams, der selbst Sunnit ist. Ramadi war in jüngster Zeit bereits mehrfach Schauplatz von Anschlägen.

Die Explosion in der rund 100 Kilometer westlich Bagdads gelegenen Stadt Ramadi habe sich ereignet, als sich etwa 80 Rekruten auf einer Hauptstraße vor der Wache versammelten, teilte die Polizei mit. Ein US-Militärsprecher in Bagdad bestätigte die Zahl von sieben Toten. Ferner habe es bis zu 40 Verletzte gegeben.

Es seien mehrere Verdächtige festgenommen worden, die verhört würden, teilte die Polizei mit. Nach der Festnahme sei es in der Nähe der Polizeiwache zu einem Schlusswechsel mit einem Mann gekommen, der wegen der Festnahme eines Verwandten aufgebracht gewesen sei. Er sei aber geflohen, als die Polizei das Feuer erwidert habe.

Während die Polizei und einige Anwohner von der Explosion einer Bombe auf der Straße sprachen, sagten andere, es habe sich um die Detonation einer Granate oder eines Artilleriegeschosses gehandelt. Noch Stunden nach dem Anschlag waren auf dem Straßenpflaster Blutlachen und zerfetzte Schuhe zu sehen.

"Wir sind hier, um unserem Volk zu dienen und die Sicherheit in der Stadt wiederherzustellen. Die Amerikaner haben uns gesagt, wenn wir Recht und Gesetz in Ramadi wiederherstellten, würden sie die Stadt verlassen", erklärte der Polizeichef. Unterdessen sagte ein Bewohner der Stadt: "Wir werden die Amerikaner bekämpfen, bis sie unser Land verlassen ... wir werden bis zum letzten Blutstropfen kämpfen". Andere Bewohner beschuldigten die Rekruten und die Polizei, diese handelten "als Spione der Amerikaner".

Seit dem Ende der Hauptkriegshandlungen am 1. Mai sind die alliierten Soldaten im Irak immer wieder Ziel von Anschlägen und Angriffen aus dem Hinterhalt geworden, zuletzt am Freitagmorgen. Insgesamt kamen dabei in den vergangenen Tagen und Wochen 26 US-amerikanische und sechs britische Soldaten ums Leben. Die USA machen Anhänger Saddams dafür verantwortlich. Viele Iraker haben wiederholt für einen Abzug der US-Besatzungstruppen aus ihrem Land demonstriert.


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