Irak US-Armee tötet zwei Terroristenführer


Die US-Streitkräfte im Irak haben zwei führende Vertreter der Extremistengruppe al Kaida getötet. "Informationsminister" al-Dschuburi soll auch an der Entführung zweier Deutscher beteiligt gewesen sein.

Irakische und amerikanische Soldaten haben nach eigenen Angaben zwei weitere Anführer sunnitischer Terrorgruppen im Irak getötet. Das US-Militär habe anhand einer DNA-Analyse einen am Vortag getöteten Mann als den "Informationsminister" der Terrorgruppe al Kaida im Irak identifiziert, erklärte der Sprecher der multinationalen Truppen im Irak, Generalmajor William Caldwell, in Bagdad.

Das irakische Innenministerium berichtete, der Anführer der Organisation "Islamischer Staat im Irak", Abu Omar al-Bagdadi, sei bei einem Feuergefecht im Westen der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Der "Islamische Staat im Irak" gilt als Dachorgatnisation mehrerer sunnitischer Terrorgruppen, darunter al Kaida im Irak. Das US-Militär bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Beteiligung an Entführungen

Al-Kaida-Informationschef Muharib Abdel Latif al-Dschuburi, der nach Angaben Caldwells bei einem Gefecht mit US-Truppen bei Tadschi nördlich von Bagdad ums Leben kam, soll im vergangenen Jahr auch maßgeblich an der Entführung der US-Journalistin Jill Caroll beteiligt gewesen sein. Caroll war knapp drei Monate nach ihrer Verschleppung wieder freigekommen. Der Getötete werde außerdem beschuldigt, an der Entführung zweier Deutscher beteiligt gewesen zu sein, ergänzte Generalmajor Caldwell. Die beiden Bundesbürger, die der Sprecher nicht identifizierte, seien 2006 im Irak verschleppt worden. Im Januar vergangenen Jahres waren die beiden sächsischen Ingenieure Rene Bräunlich und Thomas Nitzschke entführt und nach 99 Tagen Geiselhaft freigelassen worden. Derzeit sind im Irak eine mit einem irakischen Arzt verheiratete Deutsche und ihr 20 Jahre alter Sohn in der Hand von Entführern, die den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan fordern.

Erst am Dienstag hatte das irakische Innenministerium bekannt gegeben, der Anführer der El-Kaida-Terroristen im Irak, Abu Ajub al- Masri, sei bei einer Auseinandersetzung zwischen sunnitischen Terrorgruppen im Irak ums Leben gekommen. Auch hierfür gab es am Donnerstag keine Bestätigung.

Angriff auf "Grüne Zone"

Unterdessen wurden bei einem Raketenangriff auf die schwer bewachte Grüne Zone in Bagdad vier philippinische Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft getötet. Das bestätigte die US-Botschaft nach Angaben des Nachrichtensenders CNN. In Bagdad wurden nach Berichten irakischer Fernsehsender drei US-Soldaten getötet, als ihr Geländewagen auf eine Mine fuhr.

Reuters/DPA DPA Reuters

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