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Irak: US-Journalisten durch Bombe schwer verletzt

Als sie eine Einheit der irakischen Armee begleiteten, wurden ABC-Moderator Bob Woodruff und ein Kameramann bei einer Bomben-Explosion schwer verletzt. Inzwischen konnten sie nach Deutschland ausgeflogen werden.

Der US-Nachrichtenmoderator Bob Woodruff und ein Kameramann sind am Sonntag bei einer Bombenexplosion im Irak schwer verletzt worden. Wie der US-Sender ABC berichtete, waren die beiden mit einer Einheit der irakischen Armee unterwegs, als in der Nähe von Tadschi bei Bagdad eine am Straßenrand versteckte Bombe detonierte. Nach der Explosion sei ihr Fahrzeug unter Beschuss genommen worden. Beide Männer hätten trotz kugelsicherer Westen, Helme und Schutzbrillen Kopfverletzungen erlitten. Kameramann Doug Vogt habe zudem eine gebrochene Schulter.

Der 44-jährige Woodruff hatte Anfang des Jahres die Moderation der ABC-Sendung "World News Tonight" übernommen. Der Vater von vier Kindern hat als Reporter aus vielen Teilen der Welt berichtet. So war er unter anderem beim Sturz der Taliban in Afghanistan und dem Einmarsch der US-geführten Truppen im Irak im März 2003 dabei. Der mit einem Emmy-Award ausgezeichnete Kameramann Vogt ist Kanadier und lebt in Frankreich.

Zur medizinischen Versorgung nach Deutschland

Sowohl Woodruff als auch Vogt seien in einem US-Militärkrankenhaus im Irak operiert worden und in einem stabilen Gesundheitszustand, teilte der Nachrichtenchef von ABC, David Westin, mit. Inzwischen hat das US-Militär die beiden Verletzten zur weiteren medizinischen Versorgung zu US-Einrichtungen nach Landstuhl in Deutschland gebracht. "Wir beten für die schnelle und vollständige Genesung von Herrn Woodruff und Herrn Vogt", sagte ein Sprecher des US-Präsidialamts. "Unsere Gedanken und Gebete gelten ihnen und ihren Familien."

Nach Angaben von Journalistenorganisationen sind im Irak seit Beginn des Krieges im März 2003 mindestens 60 Journalisten getötet worden, die meisten von ihnen Iraker. Viele Reporter wurden als Geiseln genommen, einige von ihren Entführern getötet. Die US-Journalistin Jill Carroll wurde am 7. Januar in Bagdad entführt und wird seither vermisst.

Reuters/AP / AP / Reuters
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