Irak US-Marine droht Enthauptung


Aufständische im Irak haben im Irak zwei weitere Geiseln genommen und drohen mit deren Enthauptung. Einer der Entführten soll ein US-Marineinfanterist sein, beim anderen soll es sich um einen für ein US-Unternehmen arbeitenden pakistanischen Fahrer handeln.

Aufständische im Irak drohen mit der Enthauptung von zwei weiteren Geiseln. Bei einem der Entführten soll es sich um einen für ein US-Unternehmen arbeitenden pakistanischen Fahrer handeln, der andere soll sein US-Marineinfanterist sein. Erst am Samstagabend hatten Anhänger des mutmaßlichen Terroristenführers Abu Mussab el Sarkawi gedroht, binnen drei Tagen drei türkische Geiseln zu enthaupten.

Die US-Streitkräfte in Irak bestätigten, dass ein Marineinfanterist bereits seit fast einer Woche bei seiner Einheit vermisst wird. Seine in der Nähe von Salt Lake City wohnende Familie erklärte, dass sie ihn auf den Videobildern erkannt habe, die der arabische Sender Al Dschasira ausgestrahlt hatte. Die Geiselnehmer fordern die Freilassung aller Iraker aus "Okkupationsgefängnissen", ansonsten werde die Geisel getötet.

Das Ultimatum mit der Todesdrohung gegen drei türkische Geiseln läuft offenbar am Dienstag ab, dem letzten Tag des NATO-Gipfels in Istanbul. Sarkawis Gruppe hat sich auch schon zu der Enthauptung der US-Geisel Nicholas Berg und des Südkoreaners Kim Sun Il bekannt.

Die US-Streitkräfte meldeten am Montag den Tod eines weiteren Soldaten bei Kämpfen in der Provinz Anbar, die im so genannten sunnitischen Dreieck liegt, der Hochburg des Widerstands gegen die US-Truppen. Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 wurden rund 850 US-Soldaten im Irak getötet.

Raketenangriff auf Bagdad

Bei einem Raketenangriff wurden am Sonntagabend in Bagdad zwei Kinder getötet. Einem weiteren Angriff im Südosten der Stadt fiel ein US-Soldat zum Opfer. Am Morgen waren in der Grünen Zone, in der die wichtigsten Einrichtungen der US-Besatzungsbehörde liegen, drei Raketen eingeschlagen. Bei Explosionen in der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Hilla kamen am Wochenende 23 Menschen ums Leben. Weitere 58 Menschen wurden verletzt.

Ein Transportflugzeug wurde am Sonntag beim Start vom Flughafen in Bagdad beschossen. Dabei wurde eine Person an Bord getötet. Zu den Einzelheiten lagen widersprüchliche Berichte vor. Nach australischen Angaben handelte es um ein Maschine der Australischen Luftwaffe und bei dem Opfer um einen US-Passagier. Nach ersten US-Angaben war es eine US-Maschine. Sie kehrte auf den Flughafen zurück.

Verschiebung der Wahl nicht mehr ausgeschlossen

Angesichts der anhaltenden Anschläge und Entführungen schließt der designierte Regierungschef Ijad Allawi eine Verschiebung der geplanten Wahl nicht mehr aus. Allawi erklärte, seine Regierung strebe zwar wie in der Übergangsverfassung vorgesehenen an, Wahlen bis spätestens 31. Januar abzuhalten. Dies hänge jedoch von der Sicherheitslage ab. Allawi kündigte zudem ein Programm zur nationalen Versöhnung an. Damit solle auch Irakern eine Amnestie gewährt werden, die sich zwar am Widerstand beteiligt, aber keine Verbrechen begangen hätten, erklärte Allawi.

AP AP DPA

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