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Irak: USA fliegen Angriffe auf Nadschaf

Die Kämpfe zwischen US-Truppen und den Mahdi-Milizen sind voll entbrannt. Schiitenprediger al Sadr wirft den USA vor, ein Loch in die Außenmauer der Imam-Ali-Moschee geschossen zu haben. Indes wurde ein entführter amerikanischer Journalist freigelassen.

US-Kampfflugzeuge haben am frühen Montagmorgen erneut Stellungen der radikalen Schiitenmiliz "Mahdi-Armee" in der irakischen Pilgerstadt Nadschaf angegriffen. Laut Augenzeugen waren mehrere Explosionen in der Nähe der Imam-Ali-Moschee zu hören.

Ein Sprecher des radikalen Schiitengeistlichen Muktada al Sadr sagte dem arabischen Nachrichtensender Al Dschasira, dass ein Panzergeschoss ein großes Loch in die Außenmauer der Imam-Ali-Moschee gerissen hätte.

Am Sonntag seien Granaten in der Nähe des Heiligtums eingeschlagen, als US-Kampfhubschrauber und Artillerie die Altstadt von Nadschaf beschossen hätten. Es seien mehrere Menschen innerhalb des heiligen Schreins getötet worden, sagte der Vertraute von al Sadr dem Sender weiter.

Suche nach dem Ausweg

Begleitet von Gefechten suchten am Sonntag die Anhänger des radikalen Geistlichen gemeinsam mit gemäßigten schiitischen Religionsführern nach einem Ausweg aus der Krise in der Pilgerstadt gesucht. Die schiitische "Mahdi-Armee" versuchte unterdessen ein Vordringen der irakischen und amerikanischen Soldaten in der Altstadt zu verhindern. Augenzeugen sahen, wie amerikanische Soldaten mit Panzern weiter in Richtung der Imam-Ali-Moschee vorstießen.

Der Direktor des Gesundheitsamts von Nadschaf sagte am Sonntagnachmittag, in den vergangenen 24 Stunden seien in Nadschaf und seiner Nachbarstadt Kufa 79 Menschen getötet und 165 verletzt worden. In der westirakischen Provinz Al Anbar und im nordirakischen Mossul kamen am Wochenende nach Angaben der US-Armee sechs amerikanische Soldaten ums Leben.

US-Journalist freigelassen

Ein Vertrauter von al Sadr sagte laut Al Dschasira, dass die Kidnapper des amerikanischen Journalisten Micah Garen ihre Geisel am Sonntag freigelassen hatten. Auch das "Committee to Protect Journalists" in New York bestätigte seine Freilassung. Garen, der französischer Herkunft ist und im Südirak eine Dokumentation über den Schmuggel mit archäologischen Schätzen vorbereitete, war am 13. August in Nassirija entführt worden. Die Gruppe "Brigaden der Märtyrer" hatte mit seiner Ermordung gedroht, sollte sich die US- Armee nicht aus Nadschaf zurückziehen.

Im Irak gelten drei Journalisten noch als vermisst. Es sind zwei Franzosen, ein Korrespondent der Zeitung "Le Figaro" und einer von Radio France International. Verschwunden ist auch ein freiberuflich arbeitender italienischer Journalist.

DPA/AP / AP / DPA
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