HOME

Irak: Zehnjähriger verübt Selbstmordanschlag

Gemeinsam wollten sie gegen den Terrorismus vorgehen, wurden aber selbst zu Opfern: Bei einem Selbstmordanschlag wurden sechs Scheichs, die sich zu einer Versöhnungsinitiative trafen, in den Tod gerissen. Das pikante Detail: Der Attentäter war ein zehn Jahre alter Junge.

Im Irak haben Extremisten ein zehn Jahre altes Kind für einen Selbstmordanschlag missbraucht. Scheich Sahir Abdul-Dschabar erklärte in der arabischen Zeitung "Al-Hayat", der Attentäter, der am vergangenen Freitag bei einem Treffen von Scheichs in der Provinz Dijala seinen Sprengstoffgürtel gezündet habe, sei identifiziert worden. Es handele sich um einen zehnjährigen Jungen.

Die Scheichs hatten bei dem Treffen über eine Versöhnungsinitiative und über ein gemeinsames Vorgehen gegen Terroristen diskutiert. Sechs von ihnen starben durch die Explosion. Sie gehörten der "Rettungsfront" von Dijala an, die sich dem Kampf gegen Terroristen der El Kaida angeschlossen hat. Der Attentäter sprengte sich im Haus von Scheich Faes Al-Obeidi in die Luft, berichtete der britische Rundfunksender BBC.

Im Irak sind am Wochenende durch Anschläge und Schießereien insgesamt mindestens 17 Menschen getötet worden. In der Stadt Mossul im Norden des Landes starben am Samstag vier Menschen, als eine Bombe in einem Bus explodierte. 16 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt, wie die irakische Nachrichtenagentur Aswat al-Irak berichtete. Bei Luftangriffen der US-Streitkräfte starb am Sonntag in Diwanijah im Südirak laut Augenzeugen ein Iraker.

Suche nach El-Kaida-Kämpfern geht weiter

Irakische Streitkräfte durchsuchten unterdessen mehrere Dörfer außerhalb von Bakuba nach El-Kaida-Sympathisanten. 73 Menschen seien festgenommen worden, teilten die irakischen Behörden mit. In Sarhaddin, 170 Kilometer nördlich von Bagdad, nahmen irakische Soldaten drei mutmaßliche El-Kaida-Kämpfer fest. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden vom Sonntag handelte es sich um zwei Sudanesen und einen Afghanen. Unter den Festgenommenen sei auch das örtliche El-Kaida-Mitglied Abu Nidschm al-Dschiburi.

In der Hauptstadt Bagdad kamen am Samstag nach Angaben der Behörden zwei Iraker bei einem Bombenanschlag ums Leben. In Bakuba nördlich von Bagdad wurde ein Polizist getötet, als Extremisten ein Polizeirevier angriffen. Zwei Soldaten kamen ums Leben, als ein irakischer Armeelastwagen nahe Bakuba bei einer gemeinsamen irakisch- amerikanischen Patrouille von einer Bombe getroffen wurde, berichteten Sicherheitsbehörden am Sonntag.

In einem anderen Bezirk von Bakuba kam ein Zivilist in einer Bäckerei ums Leben, als Bewaffnete das Feuer eröffneten. Aus dem Technischen Institut der Stadt entführten bewaffnete Männer zwei Studenten. Ein weiterer Student sei ums Leben gekommen, als die flüchtenden Männer um sich schossen, hieß es am Sonntag laut Augenzeugenberichten.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel