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Iran: Bush befürchtet "nuklearen Holocaust"

George W. Bush wirft dem Iran vor, den Nahen Osten ähnlich wie die Terrororganisation al-Kaida zu destabilisieren. Wenn die Verbündeten nicht mit Sanktionen gegen Irans Regime vorgehen, drohe laut Bush der "Schatten eines nuklearen Holocausts".

George W. Bush zieht angesichts Irans Streben nach der Atombombe düstere Parallelen. Der US-Präsident sagte vor Veteranen in Reno im US-Bundesstaat Nevada, der Iran "droht eine ohnehin schon für Instabilität und Gewalt bekannte Region in den Schatten eines nuklearen Holocausts zu stellen". Bush ergänzte: "Wir werden gegen diese Gefahr angehen, bevor es zu spät ist" , und forderte alle Verbündeten auf, "Irans Regime zu isolieren und Wirtschaftssanktionen zu verhängen". Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in der Vergangenheit bereits mehrfach gedroht, den Staat Israel zu zerstören.

Bush hat den Iran zudem beschuldigt, wie al-Kaida den Nahen Osten zu destabilisieren. Um diese Bestrebungen zu verhindern, müssten die USA den Kampf im Irak gewinnen, sagte Bush vor Kriegsveteranen. Ein Rückzug der Vereinigten Staaten aus der Region dagegen wäre verheerend. "Der Iran könnte daraus schließen, dass wir schwach sind und sie nicht stoppen können, Atomwaffen zu bekommen". Ein Wettrüsten und eine Stärkung von Extremisten wären die Folgen.

Irans Präsident will das Machtvakuum im Irak füllen

Wenige Stunden vorher hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärt, sein Land sei in der Lage, nach einem Scheitern der USA im Irak das entstehende Machtvakuum zu füllen. Die politische Macht der Besatzer im Irak werde immer schneller zerstört, sagte Ahmadinedschad.

Iran und Irak hatten sich in den 80er Jahren einen acht Jahre dauernden Krieg geliefert. Seit dem Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein 2003 haben sich ihre Beziehungen jedoch deutlich verbessert. Die USA beschuldigen den Iran indes, Aufständische und Milizen im Irak auszubilden und zu bewaffnen. Die Regierung in Teheran weist dies zurück und wirft den USA vor, mit ihrer Truppenpräsenz im Irak für die Gewalt in dem Land verantwortlich zu sein.

Bush braucht zusätzliche 50 Milliarden Dollar

Unterdessen will Bush laut der "Washington Post" beim Kongress angeblich weitere 50 Milliarden Dollar für den Irak-Krieg beantragen. Die Mittel sollten zusätzlich zum Verteidigungshaushalt von 460 Milliarden Dollar und einem noch nicht verabschiedeten Zusatzetat von 147 Milliarden Dollar für die Kampfeinsätze in Afghanistan und im Irak kommen.

Die Gelder würden voraussichtlich im kommenden Monat beim Kongress beantragt, nachdem der US-Oberbefehlshaber im Irak, David Petraeus, und Botschafter Ryan Crocker ihren Lagebericht über die Entwicklung in dem Golfstaat vorgelegt hätten, schrieb das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise. Die Etatpläne drückten die wachsende Zuversicht in der Regierung aus, die Forderungen aus dem Kongress nach dem Beginn eines Truppenabzugs aus dem Irak abwehren zu können.

Die oppositionellen Demokraten dringen mit ihrer Mehrheit im Kongress bereits seit längerem auf eine Verkleinerung des in diesem Jahr um 30.000 auf 160.000 Soldaten aufgestockten Irak-Kontingents. Auch die Bevölkerung ist zunehmend kriegsmüde. Zudem sah sich Bush zuletzt auch Forderungen aus seiner republikanischen Partei ausgesetzt, einen Teilabzug einzuleiten.

Reuters / Reuters