Iran Mit dem Boot ins Gefängnis


Weil er mit seinem Boot in iranische Gewässer geraten war, ist der Deutsche Donald Klein zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Seine Frau will Berufung einlegen.

Der in Iran wegen illegalen Grenzübertritts inhaftierte Deutsche Donald Klein ist nach Angaben seiner Frau überraschend zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das sagte die Ehefrau des 52-Jährigen am Dienstag dem Südwestrundfunk (SWR) und dem Ludwigshafener Radiosender RPR1. Sie bat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Hilfe.

Das Auswärtige Amt wollte die Angaben solange nicht bestätigen, bis die Urteilsbegründung aus Iran eingegangen ist. Der aus Lambsheim in Rheinland-Pfalz stammende Deutsche war Ende November bei einer Schiffstour mit einem französischen Bekannten in iranische Hoheitsgewässer geraten und festgenommen worden. Es war erwartet worden, dass er mit einer Geldstrafe davonkommt. Nach Angaben von RPR1 erhielt der Franzose die gleiche Strafe.

Ehefrau will kämpfen

"Ich gehe natürlich mit allen Mitteln dagegen an, das ist mir ganz klar", sagte Ehefrau Karin Klein dem SWR. "Ich lasse mir das auf keinen Fall gefallen." Es könne nicht sein, dass jemand, der nichts getan habe, zu 18 Monaten Haft verurteilt werde. "Wir versuchen alles Menschenmögliche zu tun, um meinen Mann da rauszuholen", sagte sie RPR1. "Ich gehe an die Politiker, ans Außenministerium, Ministerpräsident Kurt Beck ist benachrichtigt, auch die Bundeskanzlerin Merkel muss helfen." Klein hatte am Morgen mit ihrem Mann telefonieren können. "Er war sehr niedergeschlagen und hat gesagt, "das halte ich nicht durch"", berichtete sie RPR1.

"Wenn so eine Freiheitsstrafe tatsächlich ausgesprochen werden würde, gibt es neben dem normalen Instrument der Berufung auch die Möglichkeit, dass die Strafvollstreckung erlassen wird", sagte der Anwalt des Pfälzers, Klaus Kübler. Er kündigte an, nach Erhalt und Übersetzung des Urteils mit der Anwaltskanzlei in Iran eine Berufung gegen das Urteil prüfen zu wollen. Illegale Einreise kann nach iranischem Recht mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Der Deutsche wird in der Hafenstadt Bandar Abbas von einem einheimischen Anwalt vertreten, den die deutsche Botschaft vermittelt hatte.

Das Auswärtige Amt teilte mit, das Urteil sei bislang weder der deutschen noch der französischen Seite zugestellt worden. Ein Sprecher betonte, es sei wichtig, dass man Zugang zu dem 52-Jährigen habe, dass er vernünftig behandelt werde und man das Verfahren beobachten könne. "All das ist zurzeit gewährleistet."

DPA DPA

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