Iranische Zeitung 120 Euro für die beste Holocaust-Karikatur


Wie ernst meint es der Westen mit der vielzitierten Meinungsfreiheit ? Das will die größte iranische Zeitung testen - und schrieb einen Karikaturen-Wettbewerb zur "Saga" des Holocaust aus. Der Gewinner soll mit Goldmünzen belohnt werden.

Irans größte Zeitung will die Mohammed-Karikaturen mit einem Karikaturenwettbewerb zur Judenvernichtung kontern. Damit solle die vom Westen viel zitierte Meinungsfreiheit ausgelotet werden, gab die "Hamschahri" am Dienstag bekannt. Der Gewinner soll Goldmünzen im Wert von 120 Euro erhalten. Karikaturisten aus aller Welt sind aufgefordert, sich zu beteiligen.

"Die wichtige Frage für Moslems lautet: Erlaubt die Meinungsfreiheit des Westens die Beschäftigung mit den Verbrechen Amerikas und Israels oder einem Zwischenfall wie dem Holocaust, oder ist die Meinungsfreiheit nur dazu gut, die heiligen Werte von göttlichen Religionen zu beleidigen?", schreibt das Blatt.

Zweierlei Maß?

Trotz Anfragen wollte sich die Redaktion des Blattes nicht weiter zu dem Wettbewerb äußern. Dafür gab das geistliche Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, ein Statement ab. Er warf dem Westen vor, mit zweierlei Maß zu messen. Wenn es um die Mohammed-Karikaturen gehe, dann werde die Pressefreiheit verteidigt, aber "wie kommt es, dass die Pressefreiheit nicht respektiert wird, wenn es um das Abstreiten oder auch nur Zweifel an der Saga des Holocaust geht."

Die Zeitung "Hamschahri" gehört zu den größten des Landes. Sie ist im Besitz der Stadt Teheran und wurde vorübergehend vom jetzigen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad geleitet, als er noch Teheraner Bürgermeister war.

Von der Landkarte tilgen

In den vergangenen Tagen ist es in mehreren moslemischen Staaten zu Ausschreitungen gekommen, weil in mehreren Ländern des Westens Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht worden waren. Zuerst waren sie in einer dänischen Zeitung erschienen. Der Iran hat die Handelsbeziehungen zu Dänemark inzwischen ausgesetzt. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte im vergangenen Jahr den Holocaust geleugnet und dazu ausgerufen, Israel von der Landkarte zu tilgen.

Reuters/DPA DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker