Islamismus US-General warnt vor Weltkrieg


Der islamische Extremismus könnte zu einem Dritten Weltkrieg führen, sagte John Abizaid, Chef der US-Truppen im Nahen Osten, in einer Rede. Der Irak sei eine Art Testfeld dafür. Großbritanniens Premier Blair räumte unterdessen ein, dass der Irak-Einsatz ein "Desaster" sei.

"Wenn wir heute nicht den Schneid haben, dieser Ideologie entgegenzutreten, dann werden wir morgen den Dritten Weltkrieg erleben", sagte General John Abizaid am Freitag in einer Rede an der Harvard Universität. Sollten die Extremisten nicht aufgehalten werden, könnten sie Massenvernichtungswaffen entwickeln. "Und ich denke, die Gefahren, die damit zusammenhängen, sind einfach zu groß, als dass man sie sich vorstellen könnte."

Abizaid sagte weiter, die Weltgemeinschaft stehe vor drei großen Hürden: Man müsse das Verhältnis zwischen Arabern und Israelis verbessern, den Extremismus eindämmen und sich mit dem Iran beschäftigen. Die USA werfen der Islamischen Republik vor, heimlich Atombomben zu entwickeln. Diese drei Probleme träfen im Irak zusammen. Daher sei es wichtig, den Irak politisch zu stabilisieren.

Blair distanziert sich von Irak-Einsatz

Der britische Premierminister Tony Blair hat sich unterdessen kritisch zum Irak-Einsatz geäußert. Auf die Frage, ob der Einsatz ein "ziemliches Desaster" sei, antwortete er im englischsprachigen Programm von Al Dschasira mit "Ja". Verantwortlich dafür sei jedoch nicht eine fehlerhafte Planung, sondern die Strategie sunnitischer und schiitischer Rebellen. Blair bekräftigte, dass er die 7000 britischen Soldaten, die derzeit im Irak sind, nicht zurückziehen wolle.

Blairs Finanzmister Gordon Brown hat dem Irak zusätzliche Aufbauhilfe zugesichert - im Wert von 148 Millionen Euro. Die bisherigen Hilfszusagen der britischen Regierung belaufen sich auf 800 Millionen Euro gemacht. Brown gilt als aussichtsreichster Anwärter auf die Nachfolge von Blair.

Baker verhandelt mit Syrien

Der "New York Times" zufolge hat sich die Baker-Kommission, die für die US-Regierung Auswege aus dem Irak-Dilemma suchen mit dem syrischen Außenminister Walid al-Muallem beraten. Ex Außenminister James Baker habe sondiert, unter welchen Bedingungen Syrien bereit wäre, im Irak zu helfen. Das Weiße Haus hatte erst am Freitag erklärt, Syrien könne eine "positive Rolle" im Nahen Osten spielen. In der Vergangenheit hatte die US-Regierung Syrien mehrfach vorgeworfen, Terrorgruppen zu unterstützen.

Reuerts/DPA/AP AP DPA

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