Israel Palästinenser bomben Netanjahu nach vorn


Trotz der Räumung des Gaza-Streifens haben extremistische Palästinenser mit selbstgebastelten Raketen Israel angegriffen. Von den Attacken profitiert vor allem einer - der israelische Hardliner Benjamin Netanjahu.

Die Gewalt in Nahost nimmt kein Ende: Am Dienstag griff die israelische Luftwaffe mehrere Ziele im Gaza-Streifen an - als Vergeltung für Raketen, die palästinensische Extremisten auf Israel abgefeuert hatten.

Israelische Kampfhubschrauber und Kampfjets attackierten nach Angaben des Militärs sieben Ziele, darunter auch zwei Büros der radikalen Al-Aksa-Märtyrerbrigaden in Gaza-Stadt. In den Räumen seien Raketenangriffe auf Israel geplant worden, sagte eine Sprecherin der Armee. Verletzt wurde bei den Angriffen offenbar niemand. In der im Norden gelegenen Stadt Beit Lahija fiel Anwohnern zufolge der Strom aus. Auch mehrere Straßen und eine Brücke seien beschädigt worden. In einer gemeinsamen Erklärung kündigten radikale Palästinensergruppen Vergeltungsanschläge für die Luftangriffe an.

Pufferzone geplant

Die Armee plant nun offenbar, im nördlichen Gazastreifen eine Pufferzone einzurichten. Der israelische Rundfunk meldete am Dienstag, die Luftwaffe wolle Flugblätter über dem Gebiet abwerfen. Darin sollten die Einwohner aufgerufen werden, innerhalb weniger Stunden ihre Wohnorte zu verlassen. Nach israelischen Angaben wurden vom Gazastreifen aus seit dem israelischen Abzug im Sommer dieses Jahres bereits mehr als 200 Kassam-Raketen auf Israel abgefeuert. Militante Palästinensergruppen hatten am Montag mitgeteilt, sie verfügten inzwischen über Raketen mit einer Reichweite von bis zu 25 Kilometern.

Die Raketen richten in Israel meist nur geringe Schäden an, doch könnten sie zu einem politischen Problem für den im Wahlkampf stehenden Ministerpräsidenten Ariel Scharon und dessen neuer Kadima-Partei werden. Vor allem Scharons ehemalige Likud-Partei und ihr neuer rechtsgerichteter Vorsitzender Benjamin Netanjahu dürfte von einem Anschwellen der Gewalt profitieren. Netanjahu hat den Abzug aus dem Gaza-Streifen als Kapitulation vor den militanten Palästinensern bekämpft. Am 28. März soll ein neues Parlament gewählt werden.

Reuters/DPA DPA Reuters

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