Italien Arrivederci, Signor Berlusconi


Lange wollte er seine Niederlage bei der Parlamentswahl nicht wahr haben und versuchte mit allen Mitteln, an der Macht zu bleiben. Jetzt hat Silvio Berlusconi klein beigegeben und räumt den Chefsessel.

Nach wochenlangem Streit um den Wahlausgang macht der konservative Regierungschef damit den Weg für seinen Nachfolger Romano Prodi frei. Dessen Mitte-Links-Bündnis hatte die Parlamentswahl Anfang April äußerst knapp gewonnen. Berlusconis Schritt erhöht gleichzeitig den Druck auf Präsident Carlo Azeglio Ciampi, Prodi zügig mit der Regierungsbildung zu beauftragen und diese Aufgabe nicht seinem Nachfolger zu überlassen.

Eine neue Regierung vielleicht schon am Wochenende

Ciampi habe Berlusconi gebeten, die Amtsgeschäfte weiterzuführen, bis die Mitte-Links-Allianz seines designierten Nachfolgers die Regierung übernimmt. Prodi sagte, die Verhandlungen über sein neues Kabinett kämen gut voran: "Unser Ziel ist es, am 4. oder 5. Mai bereitzustehen." Damit könnte Italien bereits zum Wochenende eine neue Regierung haben.

Im nächsten Schritt muss Prodi nun vom Präsidenten des Landes mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Dies könnte bereits am Mittwoch geschehen. Ciampis Amtszeit endet aber am 18. Mai. Die Abstimmungen über seinen Nachfolger beginnen bereits in der kommenden Woche.

Reuters/DPA DPA Reuters

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