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Regierungskrise Italiens Präsident Napolitano kandidiert erneut


Auch der fünfte Wahlgang brachte keine Entscheidung, jetzt reagiert Italiens Staatschef Napolitino auf die erfolglose Suche nach seinem Nachfolger - und kündigt eine erneute Kandidatur an.

Angesichts der politischen Krise in Italien will Staatschef Giorgio Napolitano erneut für das Amt kandidieren. Dies gab der 87-Jährige am Samstag in einer Erklärung bekannt. Die jetzige Amtszeit Napolitanos endet am 15. Mai, alle Versuche zur Wahl eines Nachfolgers waren in den vergangenen Tagen gescheitert.

"Ich erachte es für notwendig, meine Kandidatur anzubieten", erklärte Napolitano. Zuvor war die Wahlversammlung in Rom bereits zum fünften Mal in dem Bemühen gescheitert, einen Nachfolger für den 87-Jährigen zu wählen. Angesichts des Stillstands appellierten sowohl der Chef des Mitte-links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani, als auch der Chef der rechtskonservativen Partei Volk der Freiheit (PdL) und ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi an Napolitano, sich für eine neue Amtszeit zur Verfügung zu stellen.

Bersanis Rücktritt war erwartet worden

Nach dem Scheitern von Romano Prodi bei der Wahl des italienischen Staatspräsidenten hatte Bersani seinen Rücktritt angekündigt. Er zog damit die Konsequenzen aus der Tatsache, dass etwa 100 linke Parlamentarier Prodi beim vierten Wahlgang am Freitag die Stimme verweigert hatten. "Jeder Vierte unter uns hat Verrat geübt", erklärte der gescheiterte Parteichef am späten Freitagabend in Rom. Bersani hatte mit Prodi und zuvor Franco Marini zwei Kandidaten ins Rennen um die Nachfolge von Giorgio Napolitano geschickt, die beide die Mehrheit verfehlten.

Bersanis Rücktritt war erwartet worden. Es gebe Bestrebungen, die Demokratische Partei (PD) zu zerstören, sagte er. Abtreten will er nach einer erfolgreichen Präsidentenwahl. "Ich kann nicht hinnehmen, dass meine Partei dabei ist, eine Lösung zu verhindern, das ist zu viel", erklärte Bersani. Der Linken steht es nach dem Sieg bei den Parlamentswahlen Ende Februar zu, einen Kandidaten für das höchste Amt vorzuschlagen.

ins/kng/DPA/AFP DPA

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