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Unklare Nachfolge Italienischer Staatspräsident Napolitano tritt zurück


Italiens Präsident Giorgio Napolitano ist zurückgetreten. Der 89-Jährige hatte diesen Schritt bereits Silvester angekündigt. In seinen neun Jahren im Amt erlebte "König Giorgio" vier Regierungen.

In Italien wird er "Re Giorgio" genannt, "König Giorgio". Der 89-jährige Giorgio Napolitano war in den letzten Jahren die Schlüsselfigur in der italienischen Politik. Er steuerte das Land in seiner fast neunjährigen Amtszeit als Präsident durch vier turbulente Regierungswechsel und durch die Finanzkrise 2011. Seine Nachfolge steht noch nicht fest.

Im Mai 2006 trat Napolitano das höchste Staatsamt an, er war der erste Ex-Kommunist in dieser Position. Die schwerste Regierungskrise musste der studierte Jurist 2011 managen, als der damalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi nach Steuer- und Sex-Skandalen unhaltbar wurde. Napolitano setzte Mario Monti als Regierungschef ein. Kritik, er reiße die Macht an sich, folgte.

Napolitano war als Europafreund international anerkannt. Auch soll er einer der wenigen gewesen sein, der vorab vom Rücktritt von Papst Benedikt XVI. erfahren hat. Schon bei seiner Wiederwahl 2013 hatte er angekündigt, das Amt aus Altersgründen nicht mehr lange auszuüben.

Geboren am 29. Juni 1925 in Neapel in gutbürgerlichen Verhältnissen, schloss er sich mit 17 Jahren dem Widerstand gegen den faschistischen Diktator Benito Mussolini an. Nachdem er 1945 der Kommunistischen Partei Italiens beigetreten war, wurde er 1953 Abgeordneter. Napolitano war auch Präsident der Abgeordnetenkammer und Innenminister. Er hat mit seiner Frau Clio zwei Söhne.

ono/DPA DPA

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