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"Buh"-Rufe in Berlin Ausgerechnet die "Fake News" verteidigen Ivanka Trump

Ivanka Trump - Beraterin und Tochter des US-Präsidenten
Ivanka Trump - Beraterin und Tochter des US-Präsidenten
© Odd Andersen/AFP
Bei ihrem Besuch in Berlin wurde Ivanka Trump ausgebuht, als sie über die Familienpolitik ihres Vaters Donald Trump sprach. Ausgerechnet der Nachrichtensender CNN, den der US-Präsident als "Fake News" bezeichnet, verteidigt die Präsidententochter.

Auf CNN ist Donald Trump nicht gut zu sprechen - das gilt auch umgekehrt. Bei jeder Gelegenheit stempelt der US-Präsident den Nachrichtensender als "Fake News" ab, um Kritik der Journalisten zur Seite zu wischen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich ausgerechnet CNN nun auf die Seite von Tochter und Beraterin Ivanka Trump stellt. Es geht um ihren Besuch in Berlin; auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel war sie Gast beim "Women20 Summit" und nahm an einer Diskussion zum Thema Stärkung von Frauen in der Wirtschaft teil.

"Bin stolz auf den Einsatz meines Vaters"

Als sie auf dem Podium über die ihrer Ansicht nach gute Familienpolitik ihres Vaters Donald Trump sprach, ging missmutiges Raunen und höhnisches Gelächter durch den Raum, das nicht von Zustimmung gezeugt haben dürfte. Wörtlich sagte sie: "Ich bin sehr stolz auf den Einsatz meines Vaters. Lange bevor er die Präsidentschaft übernommen hat, war er schon ein großer Meister darin, Familien zu unterstützen und ihnen zu ermöglichen, zu wachsen."

An dieser Stelle wurde sie unterbrochen. Später fügte Ivanka Trump hinzu: "Ich habe freilich die Kritik von den Medien gehört und die hält immer noch an, aber ich weiß aus eigener Erfahrung und ich denke, die tausenden Frauen, die Jahrzehnte mit und für meinen Vater gearbeitet haben, als er im privaten Sektor war, sind ein Indikator für seinen Glauben und seine solide Überzeugung vom Potenzial der Frauen und deren Fähigkeit, einen Job so gut zu erledigen wie jedermann auch."

"Die Trumps sind eine Familie, die immer zusammenhält"

An dieser Stelle brachte das Publikum seinen Hohn zum Ausdruck. Doch CNN nimmt die Aussagen Ivanka Trumps, die so gar nicht zu Äußerungen oder zur Politik ihres Vaters passen, in Schutz: "Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Ivanka in erster Linie die Tochter ihres Vaters ist", schreibt der Journalist Chris Cillizza. "Und als solche wird sie ihn verteidigen - wie fast jede Tochter in jeder Situation, in der ihr Vater angegriffen wird. Und was auch immer man von den Trumps hält: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sie eine sehr engmaschige Familie sind, die immer zusammenhält."

CNN argumentiert also, Ivanka habe sich auf dem Podium verhalten, wie es in einer intakten Familie üblich ist. Dennoch saß sie auf dem Podium nicht als Tochter, sondern als Beraterin des US-Präsidenten. Einen Job, den sie auch wegen ihrer Blutsverwandschaft bekommen hat. Hätte Donald Trump sie auch ohne jegliche Qualifikation in Frauen- oder Bildungsfragen als Beraterin eingestellt? "Buh"-Rufe sind demnach vielleicht nicht angebracht, waren aber doch zu erwarten. Das scheint Ivanka Trump zu wissen: Nach der Diskussion sagte sie zu Journalisten, das sei sie inzwischen gewohnt.

jen

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