HOME

Jemen: US-Drohne tötet sechs mutmaßliche Al-Kaida-Extremisten

Die USA nehmen Jemen als zentralen Al-Kaida-Rückzugsort ins Visier. Eine US-Drohne hat dort erneut sechs mutmaßliche Extremisten getötet. Präsident Obama warnte zugleich vor Panikmache in der Region.

Im Jemen haben die USA mit einem Drohnenangriff mindestens sechs mutmaßliche Extremisten mit Verbindung zum Terrornetz al Kaida getötet. Der unbemannte Flugkörper feuerte in der Provinz Schabwah mindestens zwei Raketen auf zwei Fahrzeuge ab, in denen die Militanten unterwegs waren, berichtete der arabische Nachrichtensender al Dschasira am Mittwoch unter Berufung auf Sicherheitskreise im Jemen. Erst am Dienstag waren bei einem US-Drohnenangriff in der jemenitischen Provinz Marib vier mutmaßliche Extremisten aus dem Al-Kaida-Umfeld getötet worden.

In der Hauptstadt Sanaa hielten indes die enormen Sicherheitsvorkehrungen der jemenitischen Behörden an. Nach einer Terrorwarnung hatten die USA, Deutschland und andere westliche Länder ihre diplomatischen Vertretungen im Jemen geschlossen. Die USA und Großbritannien ließen Botschaftsangehörige ausfliegen. Beide Regierungen führten am Dienstag enorme Sicherheitsrisiken für die Räumung ihrer diplomatischen Vertretungen an.

Obama ruft US-Bürger zur Umsicht auf

Derweil hat US-Präsident Barack Obama angesichts der ausgesprochenen Terrorwarnung die Bürger zur Umsicht aufgerufen, jedoch vor Panik gewarnt. Die US-Regierung ergreife "jede Vorsichtsmaßnahme" zum Schutz ihrer Bürger, sagte Obama am Dienstagabend in der Talkshow von Jay Leno. Gleichzeitig seien Reisen in die Region aber noch immer möglich.

Die Menschen sollten "aufpassen" und die Angaben des US-Außenministeriums oder der jeweiligen Botschaften berücksichtigen, sagte er, sowie vor Reisen die einschlägigen Internetseiten konsultieren. Wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen befolgt würden, sei es aber "noch immer sinnvoll zu reisen".

Die Regierung in Sanaa warnte unterdessen davor, dass die jüngsten Entscheidungen der westlichen Regierungen den "Interessen der Extremisten" eher dienen könnten. Das Verhalten der westlichen Staaten untergrabe die "Kooperation zwischen dem Jemen und der internationalen Gemeinschaft" im Kampf gegen den Terrorismus, erklärte das jemenitische Außenministerium am Dienstagabend. Zugleich sicherten die Behörden zu, "alle nötigen Vorkehrungen zur Sicherheit ausländischer Vertretungen" ergriffen zu haben.

kng/AFP/DPA / DPA