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US-Präsidentschaftswahl Auf diese vier Schlüsselstaaten kommt es jetzt an – der aktuelle Stand im Überblick

Sehen Sie im Video: Fristen, Anträge, Stolperfallen – wann und wo jetzt nachgezählt werden darf.




Das Rennen um die US-Präsidentschaft ist in einigen Bundesstaaten so eng, dass Nachzählungen wahrscheinlich sind. Wer einen Bundesstaat gewinnt, bekommt auch sämtliche Stimmen der Wahlleute. Deswegen sind besonders die Staaten wichtig, die viele Wahlleute stellen. Bei Nachzählungen gilt das Wahlrecht des jeweiligen US-Bundesstaates. Einige Beispiele: 


Arizona (11 Stimmen) 
Liegen Kandidaten höchstens 0,1 Prozent auseinander, muss nachgezählt werden. Die Kandidaten können keine Nachzählung beantragen. 
Georgia (16 Stimmen) 
Hier kann ein Kandidat eine Nachzählung beantragen, wenn beide Bewerber am Ende höchstens 0,5 Prozent auseinander liegen. Eine Nachzählung muss zwei Arbeitstage nach dem offiziellen Wahlergebnis beantragt werden und würde frühestens am 25.11. beginnen.  
Pennsylvania (20 Stimmen) 
Wenn die Kandidaten höchstens 0,5 Prozent auseinander liegen, muss hier nachgezählt werden. Die Nachzählung muss drei Wochen nach dem Wahltermin abgeschlossen sein. 
North Carolina (15 Stimmen) 
Eine Nachzählung kann beantragt werden, wenn die Kandidaten höchstens 0,5 Prozent oder 10.000 Stimmen auseinander liegen.  
Wisconsin (10 Stimmen) 
Liegen die Kandidaten höchstens ein Prozent auseinander, kann eine Nachzählung beantragt werden. Der Antragsteller muss die Nachzählung allerdings bezahlen. Trump lässt sie sich das Prozedere offenbar mehrere Millionen US-Dollar kosten. Die Nachzählung muss innerhalb von 13 Tagen abgeschlossen sein. 
Bei früheren Wahlen hatten sich dabei meist nur einige hundert Stimmen verschoben. 
Besonders das Team von US-Präsident Donald Trump hat schon angekündigt, Nachzählungen beantragen zu wollen. Ungewiss, ob das Trump noch eine zweite Amtszeit verschaffen kann.


Quellen: DPA, "NBC News", "Ballotpedia.org".
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Nach vier Tagen steht noch immer kein Sieger der US-Präsidentschaftswahl fest. Die Auszählung der Stimmen dauert an. Wie sieht es für Amtsinhaber Donald Trump und Herausforderer Joe Biden aus?

In den USA steht die Entscheidung über die Präsidentschaft vier Tage nach der Abstimmung immer noch aus – und hängt von den Ergebnissen in vier Schlüsselstaaten ab. In allen lag Herausforderer Joe Biden am Samstagmorgen (Ortszeit) vorn. Die Rennen sind jedoch so knapp, dass die US-Sender noch keinen Sieger ausgerufen haben.     

Nach Angaben des Senders CNN liegt Biden im Kampf ums Weiße Haus derzeit mit 253 Wahlleuten vorn, Amtsinhaber Donald Trump kommt auf 214 Stimmen. Der Sieger braucht 270 Wahlleute. Insgesamt stehen in sechs Bundesstaaten die Ergebnisse noch aus, darunter auch North Carolina und Alaska mit seinen 15 beziehungsweise drei Wahlleuten – dort führt Trump.

Entscheidend sind jedoch vier Schlüsselstaaten. Ein Kurz-Überblick (Stand: Samstag, 14.40 Uhr):         

Georgia (16 Wahlleute)    

Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen hat Biden in dem eigentlich konservativ geprägten Südstaat einen knappen Vorsprung von rund 7200 Stimmen (0,1 Prozent). In Georgia sollen die Stimmen wegen des sich abzeichnenden äußerst knappen Ausgangs allerdings neu ausgezählt werden.

Pennsylvania (20 Wahlleute)    

Der Bundesstaat, der zu der als Rostgürtel bekannten Industrieregion im Norden der USA gehört, ist besonders umkämpft. 96 Prozent der Stimmzettel sind ausgezählt. Biden hatte den Staat am Freitag gedreht und Trump überholt: Der ehemalige Vizepräsident liegt derzeit mehr als 28.800 Stimmen in Führung. Mit einem Sieg in Pennsylvania würde Biden auch den Gesamtsieg erringen – ohne auf die Ergebnisse der noch ausstehenden Staaten warten zu müssen.         

Nevada (6 Wahlleute)    

93 Prozent der Stimmen in dem Wüstenstaat im Westen der USA waren am Samstagmorgen ausgezählt. Dort, wo Hillary Clinton 2016 gewann, liegt derzeit auch Biden mit 49,8 Prozent vor Trump mit 48,0 Prozent vorn, das sind etwa 22.600 Stimmen. Die Wahlbehörde des Bundesstaates kündigte an, dass die Auszählung über das Wochenende hinweg weitergeht. 

        

Arizona (11 Wahlleute)    

Einige US-Medien, darunter Fox News und Associated Press, riefen bereits am Mittwoch den Demokraten Biden zum Wahlsieger in dem südwestlichen Bundesstaat aus, andere legten sich für Arizona noch nicht fest.

Laut CNN schrumpfte Bidens Vorsprung vor Trump zuletzt, betrug aber immer noch fast 30.000 Stimmen. Vorausgesetzt Biden gewinnt in Arizona, dann würde ihm bereits ein weiterer Sieg im Bundesstaat Nevada mit nur sechs Wahlleuten für den Gesamtsieg reichen.         

Sehen Sie im Video: "Wir werden siegen!" – Biden wendet sich an US-Bürger und mahnt erneut zu Geduld.

fs AFP

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