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Am Telefon Kanadas Premier Trudeau: Merkel beschwerte sich bei mir über Kritik an Impfstrategie

Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.) und der kanadische Premierminister Justin Trudeau
Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.) hat sich bei ihrem kanadischen Amtskollegen Justin Trudeau über Kritik an der deutschen Impfstrategie beschwert
© Filip Singer / Pool/epa / Lars Hagberg / DPA / AFP
Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat nach eigenen Angaben mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Impfstrategien des Landes telefoniert. Dabei soll sie sich über die Kritik deutscher Medien am Impffortschritt in Deutschland beschwert haben.

Manche Länder auf der Welt impfen schneller gegen Corona, Beispiel Israel. Bei anderen läuft es noch schleppend. Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat am Dienstag in einer Ansprache seine Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, einzelne Länder in ihrer Impfstrategie und in ihrem Handeln gegen das Coronavirus nicht zu vergleichen.

Dabei nannte er Bundeskanzlerin Angela Merkel als Beispiel. Sie habe sich in einem Telefonat beklagt, dafür kritisiert zu werden, dass es in Deutschland nicht so gut laufe wie in Kanada, sagte Trudeau am Dienstag (Ortszeit) in einem Videomitschnitt, der auf dem Portal Global News zu sehen war. 

Deutschland liegt bei Impfdosen pro 100 Einwohner hinter Kanada

"Ich hatte gestern Morgen ein schönes Gespräch mit Angela Merkel, in dem sie sich gewissermaßen bei mir beschwerte, dass sie jeden Tag von den deutschen Medien erfährt, dass es nicht so gut läuft wie in Kanada."

Trudeau und Merkel diskutierten über die Bemühungen um einen gerechten, weltweiten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, Diagnostika und Behandlungen, wie Radio Canada International berichtet. Das Gespräch zwischen den beiden fand nach Angaben des Kanzleramtes in Berlin am Montag statt. Mehr Informationen gab das Kanzleramt dazu nicht.

Nach Angaben des Statistikportals "Our World in Data", das an der Universität Oxford angesiedelt ist, sind in Deutschland bislang mehr als 1,2 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht worden. In Kanada sind es demnach knapp 650.000. Allerdings liegt die Zahl der verabreichten Dosen pro 100 Einwohner dort bei 1,7 – in Deutschland sind es 1,5 (Stand 20.01.2021).

Pfizer hatte vergangene Woche angekündigt, dass die Lieferungen seines Impfstoffes gegen das Coronavirus reduziert werde, was neben Deutschland und Europa auch Kanada betrifft, wie Global News weiter berichtete.

Quellen: Nachrichtenagentur DPA, Global News, Radio Canada International, Our World in Data

rw

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