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Bis zu 500.000 Menschen : "Sea Watch"-Kapitänin Rackete fordert Aufnahme aller Flüchtlinge aus Libyen

In einem Interview hat die "Sea-Watch"-Kapitänin Carola Rackete die Aufnahme aller Flüchtlinge aus Libyen gefordert. Deutschland sollte nach ihrem Dafürhalten außerdem auch Klimaflüchtlinge aufnehmen.

Carola Rackete will Flüchtlinge aus libyschen Lagern nach Europa geholt haben 

Carola Rackete will Flüchtlinge aus libyschen Lagern nach Europa geholt haben 

DPA

 Die "Sea-Watch"-Kapitänin Carola Rackete hat eine Aufnahme aller Flüchtlinge aus Libyen gefordert. "Die, die in Libyen sind, müssen dort sofort raus in ein sicheres Land", sagte Rackete der "Bild"-Zeitung. "Wir hören von einer halben Million Menschen, die in den Händen von Schleppern sind oder in libyschen Flüchtlingslagern, die wir rausholen müssen. Ihnen müssen wir sofort helfen bei einer sicheren Überfahrt nach Europa."

Rackete forderte zudem eine Aufnahme von Klima-Flüchtlingen. "Der Zusammenbruch des Klimasystems sorgt für Klima-Flüchtlinge, die wir natürlich aufnehmen müssen", sagte die Kapitänin. "Es wird in einigen Ländern Afrikas, verursacht durch industriereiche Länder in Europa, die Nahrungsrundlage zerstört." Europa könne nicht mehr sagen, "dass wir die Menschen nicht wollen", sagte die Kapitänin. "Es ist auch Europas Verantwortung."

Ermittlungen gegen Carola Rackete 

Rackete war Ende Juni auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa festgenommen worden, nachdem sie das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" mit 40 Migranten an Bord trotz eines Verbots der italienischen Behörden in den Hafen gesteuert hatte. Sie kam wenige Tage später wieder frei. Gegen die 31-Jährige aus Niedersachsen wird in Italien unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt.

ivi / AFP
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