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Streit um Forderungen: Katar will am Montagmorgen offiziell auf Ultimatum reagieren

Vor elf Tagen legte Saudi-Arabien zusammen mit anderen arabischen Staaten eine Forderungsliste aus, die Katar binnen zehn Tagen erfüllen sollte. Erst am heutigen Montag will der katarische Scheich sich zu den Forderungen äußern.

Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, Emir von Katar

Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, Emir von Katar

Bereits am Sonntag lief das Ultimatum aus, das vier arabische Länder im Streit mit Katar gestellt hatten. Am Montagmorgen erklärten die beteiligten Staaten in einer offitziellen Stellungnahme, dass die Frist um 48 Stunden verlängert werde. Die Liste ihrer Forderungen ist lang, ob der katarische Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani sie erfüllen wird, bleibt abzuwarten.

Die offizielle Reaktion des Monarchen werde am Montagmorgen dem als Vermittler tätigen Emir von Kuwait, Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah, übermittelt, teilten die Behörden in Doha am Sonntag mit. Der katarische Außenminister werde das Schreiben überreichen.

13 Forderungen an Katar, zehn Tage Zeit

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den gasreichen Wüstenstaat verhängt. Sie werfen Katar die Unterstützung von Terror-Gruppen vor.

Am 22. Juni legten sie dann eine Liste mit 13 ultimativen Forderungen an Doha vor. Unter anderem verlangen sie, dass Doha seine Beziehungen zum Iran zurückfährt, den einflussreichen Nachrichtensender Al-Dschasira schließt ebenso wie einen türkischen Militärstützpunkt in Katar. Die Regierung in Doha erhielt zehn Tage Zeit, um die Forderungen zu erfüllen. Die Frist lief somit eigentlich am Sonntag aus.

Katarischer Außenminister äußert sich

Der katarische Außenminister Scheich Mohammed al-Thani hatte die Forderungsliste am Samstag bereits indirekt zurückgewiesen. Er warf Saudi-Arabien und seinen Verbündeten vor, ganz bewusst unannehmbare Forderungen gestellt zu haben. Jedem sei klar, "dass diese Forderungen dazu bestimmt sind, sich die Souveränität Katars anzueignen", sagte al-Thani nach einem Treffen mit seinem italienischen Kollegen Angelino Alfano in Rom.

Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Russland, Omar Ghobasch, hatte Doha diese Woche vor weiteren Strafmaßnahmen gewarnt. Abgesehen von der Aussetzung von Katars Mitgliedschaft im Golfkooperationsrat könnten Katars Gegner ihre Handelspartner vor die Wahl stellen, entweder mit ihnen oder mit Katar Geschäfte zu machen, sagte Ghobasch der britischen Zeitung "The Guardian".

sve / AFP