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Verletzter Junge in Aleppo: Die Schrecken des Krieges in einem Bild

Der Blick leer, der kleine Körper von Blut und Staub bedeckt: Das Bild eines kleinen Jungen aus Aleppo geht um die Welt - und wird zum Symbol des alltäglichen Schreckens im Syrienkrieg.

Der Blick leer, der kleine Körper von Blut und Staub bedeckt - Omran ist der Schock anzumerken

Dieses Bild - es stammt aus einem etwa 40-sekündigen Video - wurde vielfach im Netz geteilt

Nach neuen Luftangriffen in der umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo sorgt ein Bild für Entsetzen, das einen überlebenden kleinen Jungen zeigt. Es stammt aus einem Video, das die täglichen Schrecken des Bürgerkriegs in wenigen Sekunden herzzerreißend ausdrückt. Die Aufnahme wurde am Donnerstag tausendfach rund um den Globus über soziale Medien verbreitet.  

Das Video zeigt, wie Helfer den Kleinen aus Trümmern bergen und in einen Rettungswagen bringen. Dort sitzt der völlig in Staub eingehüllte Junge mit nackten Füßen auf einem Stuhl. Er schreit und weint nicht - aber der Schrecken ist an seinem stummen Gesicht und seinem leeren Blick abzulesen. Er fasst sich an den blutenden Kopf, bemerkt das Blut an den Händen und versucht dann, es an dem Stuhl abzuwischen. Nach knapp 40 Sekunden ist die Szene vorbei.

Das oppositionelle Aleppo Media Center (AMC) hatte das Video am Mittwochabend nach einem Luftangriff auf den von Rebellen kontrollierten Stadtteil Katardschi aufgenommen. Vor Ort war auch der Fotograf Mahmud Raslan, der selbst Aufnahmen machte. Ihm zufolge heißt der Junge Omran und ist vier Jahre alt. Andere Aktivisten beziffern das Alter des Kindes auf fünf. 

Junge inzwischen zurück bei seinen Eltern

Mittlerweile sei der nur leicht verletzte Omran zurück bei seinen Eltern, berichtete Raslan der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag nach einem Besuch bei der Familie. Die Eltern und alle vier Kinder seien bei dem Angriff unter Trümmern begraben, aber gerettet worden. Eine Stunde nach dem Angriff sei das gesamte Gebäude eingestürzt.

Mit Journalisten wollen die Eltern ihm zufolge nicht sprechen. Und auch ihren Familiennamen nicht veröffentlicht sehen. Sie hätten Angst vor Racheakten des syrischen Regimes, erklärte Raslan.

car / DPA
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