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Klitschko bei Sicherheitskonferenz: "Wir lassen uns nicht in Angst versetzen"

Oppositionspolitiker Vitali Klitschko macht sich weiter stark gegen die ukrainische Regierung. Bei der Sicherheitskonferenz in München fordert er den Westen zu Konsequenzen für Janukowitsch auf.

Die ukrainische Opposition will ihre Proteste gegen den Russland-freundlichen Kurs der Regierung fortsetzen. "Die demokratischen Kräfte lassen sich nicht in Angst versetzen", sagte Oppositionsführer Vitali Klitschko am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Die Regierung übergehe den Willen des Volkes, dies sei nicht akzeptabel. Er appellierte erneut an den Westen, der ukrainischen Opposition zu helfen. Es bestehe die Gefahr, dass der Konflikt sich auf die ganze Region ausweite. "Sie müssen jetzt etwas machen, bevor es zu spät ist", sagte Klitschko, der deutsch sprach und lauten Applaus für seine Rede erhielt.

Der ukrainische Außenminister Leonid Koschara wies den Vorwurf zurück, seine Regierung steuere auf einem anti-europäischen Kurs. Vielmehr habe die ukrainische Führung zahlreiche Forderungen der Opposition erfüllt, betonte er. Die Ukraine dürfe jedoch nicht gezwungen werden, sich zwischen Europa und Russland zu entscheiden. Dies sei nicht möglich, weil die Ukraine einerseits territorial zu Europa gehöre und enge Verbindungen dorthin unterhalte. Andererseits gelte beides auch für die Anbindung an Russland.

Koschara verteidigte außerdem den Entschluss der Regierung, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union (EU) nicht zu unterzeichnen. Dies hatte Ende vergangenen Jahres die Proteste ausgelöst. "Es war keine einfache, aber eine richtige Entscheidung", sagte er. Hätte die Ukraine den Vertrag damals unterschrieben, wäre ihre Wirtschaft zusammengebrochen. "Wir würden heute noch mit dem Internationalen Währungsfonds über finanzielle Hilfen verhandeln", sagte der Außenminister. Daher habe sich die ukrainische Führung stattdessen für das attraktive Hilfsangebot Russlands entschieden.

awö/Reuters / Reuters