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Kommunalwahlen in Italien Silvio Berlusconi kassiert herbe Wahl-Niederlage


Die Abstimmung bei den Kommunalwahlen galt als Stimmungstest für Berlusconi, jetzt musste die Mitte-Rechts-Allianz des Ministerpräsidenten große Verluste hinnehmen. Sogar in Berlusconis Heimatstadt und Hochburg Mailand konnte die Opposition eine Stichwahl erzwingen.

Die Mitte-Rechts-Allianz von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat bei den Kommunalwahlen in Italien herbe Verluste hinnehmen müssen. So konnte die Opposition unter anderem die Mehrheit in Turin gewinnen und überraschend in Berlusconis Heimatstadt und Hochburg Mailand eine Stichwahl erzwingen. Die konservative Bürgermeisterin Letizia Moratti lag dort nach Auszählung fast aller Stimmen am Montagabend nur bei 41,5 Prozent, ihr Herausforderer Giuliano Pisapia dagegen bei 48,1 Prozent. Bei der nächsten Runde in zwei Wochen hat Pisapia nun alle Chance auf einen historischen Sieg in der norditalienischen Finanzmetropole, die seit fast 20 Jahren von den Konservativen dominiert wird.

Das Mitte-Links-Bündnis konnte auch seine Hochburg Bologna behaupten, während Berlusconis Partei PDL in Neapel vorne lag. Insgesamt waren am Sonntag 13 Millionen Italiener in 1310 Kommunen sowie in elf Provinzen zur Wahl aufgerufen. Die Abstimmung galt als Stimmungstest für Berlusconi, dessen von zahlreichen Skandalen geprägte Amtszeit in zwei Jahren endet. In Umfragen liegt die Unterstützung für den Regierungschef derzeit bei 30 Prozent und damit so niedrig wie nie zuvor, seit er 2008 zum dritten Mal an die Spitze des Landes gewählt worden ist. Der jüngste Sex-Skandal, drei Korruptionsverfahren und eine stagnierende Wirtschaft haben ihre Spuren hinterlassen.

ste/Reuters Reuters

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