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Konflikt im Gelben Meer: Südkorea will Inseln zu Festungen ausbauen

Südkorea will sich zur Lösung der aktuellen Korea-Krise nicht allein auf internationalen Beistand verlassen. Präsident Lee Myung Bak hat am Dienstag angekündigt, fünf Inseln nahe der nordkoreanischen Grenze zu Festungen auszubauen.

Die USA, Japan und Südkorea haben eine Wiederaufnahme der Atomgespräche mit Nordkorea vorläufig ausgeschlossen. Pjöngjang müsse erst sein "provozierendes und aggressives" Verhalten stoppen und konkrete Schritte zur Zurücknahme seines Atomwaffenprogramms einleiten, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Montag nach Treffen mit ihren japanischen und südkoreanischen Kollegen, Seiji Maehara und Kim Sung Hwan, in Washington.

Nordkorea müsse der Welt zeigen, dass es an den Verhandlungstisch kommen und die Verpflichtungen erfüllen wolle, die es bereits eingegangen sei, sagte Clinton weiter. Das derzeitige Verhalten mit dem Artilleriebeschuss einer südkoreanischen Insel im vergangenen Monat und der angekündigten Ausweitung der Kapazitäten für Urananreicherung sind von den USA und anderen Staaten als gefährliche Schritte bezeichnet worden.

Allerdings schlossen sich die beiden anderen Teilnehmer der Atomgespräche mit Nordkorea, China und Russland, zunächst nicht der Initiative Clintons an. Darauf angesprochen sagte die US-Außenministerin, das Treffen in Washington habe der Abstimmung unter Verbündeten gedient. "Wir erwarten, dass China eine wichtige Rolle in der regionalen Diplomatie spielt", sagte sie. Für die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche seien eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen sowie vollständige, überprüfbare und nicht umkehrbare Schritte zur Entnuklearisierung erforderlich, heißt es in einer Erklärung der drei Außenminister.

Südkorea will Inseln zu Festungen ausbauen

Der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak kündigte unterdessen an, die von Nordkorea beschossene Insel Yeonpyeong und vier Nachbarinseln zu militärischen Festungen ausbauen zu wollen. Lee erklärte auf seiner Website, er wolle auch Arbeitsplätze für die Bewohner schaffen, damit diese weiterhin auf den Inseln leben könnten. Die meisten der 1.300 zivilen Bewohner von Yeonpyeong sind geflohen. Viele leben nun in einem öffentlichen Badehaus in der Hafenstadt Incheon, das zu einem Flüchtlingslager umgebaut wurde. Die Regierung in Seoul hat angekündigt, 30 Milliarden Won (20 Millionen Euro) zur Verfügung zu stellen, um Yeonpyeong wieder aufzubauen.

Südkorea setzte am Dienstag ein schon länger geplantes, einwöchiges Manöver fort. Wegen des schlechten Wetters fanden jedoch keine Übungen in der Nähe der Seegrenze zu Nordkorea statt, wie aus Militärkreisen verlautete.

Kim Kwang-Tae, DAPD / dapd