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Konflikt in Syrien: Präsident der Türkei verliert Vertrauen in syrische Führung

Mehr als 2200 Menschen sind seit Beginn des Konflikts in Syrien ums Leben gekommen. Wegen der anhaltenden Gewalt gegen friedliche Demonstranten und Deserteure äußerte der türkische Präsident Abdullah Gül jetzt, dass sein Vertrauen in die syrische Führung schwinde.

Der türkische Präsident Abdullah Gül hat nach eigenen Worten wegen der anhaltenden Gewalt in Syrien das Vertrauen in die Führung in Damaskus verloren. Es sei ein Punkt erreicht, an dem auch Änderungen nichts mehr nützten oder zu spät kämen, sagte Gül der staatlichen Nachrichtenagentur Anatolien am Sonntag. "Es stimmt uns sehr traurig. Zunächst heißt es, es gebe keine Vorfälle mehr und dann sind wieder 17 Menschen tot." Gül und andere türkische Spitzenpolitiker hatten in dieser Woche den syrischen Präsidenten Baschar al Assad zu Reformen gedrängt und ihn aufgefordert, das gewaltsame Vorgehen gegen die Protestbewegung zu stoppen.

In einem Vorort von Damaskus kam es in der Nacht zu Schusswechseln zwischen Regierungstruppen und Deserteuren, wie Anwohner berichteten. Die Deserteure hätten sich geweigert, auf Demonstranten zu schießen und seien von Assad-treuen Kräften beschossen worden. Die syrische Führung hat stets bestritten, dass es Deserteure in der Armee gebe. Auch am Samstag forderten wieder Zehntausende Syrer den Rücktritt Assads. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) kamen seit März mehr als 2200 Menschen bei den Unruhen in Syrien ums Leben.

hw/Reuters / Reuters
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