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Krisen-Gespräche: Russland und Georgien brechen Konferenz ab

Holpriger Start für die ersten Gespräche zwischen Georgien und Russland nach dem Kaukasus-Krieg: Zunächst hat die russische Delegation die Vertreter Georgiens warten lassen. Dann wurde die Konferenz in Genf abgebrochen.

Gut zwei Monate nach Ende des Kaukasus-Krieges haben sich am Mittwoch erstmals Vertreter Georgiens und Russlands am Verhandlungstisch gegenüber gesessen. Ziel der internationalen Beratungen am UN-Sitz in Genf soll die Wiederherstellung von Stabilität und Sicherheit in der Region sein. Die Verhandlungen wurden am Nachmittag ohne Ergebnis abgebrochen.

Der Beginn der Gespräche hatte sich am Mittwochmorgen um fast eine Stunde verzögert, weil die russische Delegation noch nicht eingetroffen war. Es gab schon Befürchtungen, das Treffen könnte platzen, doch schließlich erklärte sich die russische Seite zur uneingeschränkten Teilnahme bereit.

Abtrünnige Provinzen nicht am Tisch

Russland wollte die abtrünnigen georgischen Regionen Südossetien und Abchasien an den Verhandlungen beteiligt sehen. Das lehnte Georgien aber strikt ab. Daraufhin wurde beschlossen, die Beratungen nicht mit den Außenministern, sondern nur auf Expertenebene zu führen. Außer den Kriegsgegnern sind auch Vertreter des US-Außenministeriums und der Vereinten Nationen an den Gesprächen beteiligt.

Auf der Tagesordnung standen die Sicherung des von der EU vermittelten Waffenstillstands zwischen Russland und Georgien, die Stabilisierung der Situation in Abchasien und Südossetien, die Rückkehr von Vertriebenen und die Menschenrechte. Die Organisatoren hofften, dass den Gesprächen in Genf regelmäßige Verhandlungen zwischen Russland, Georgien und den USA folgen würden. Dabei sollten dann offene Fragen wie etwa die Rechte Zehntausender Flüchtlinge geklärt werden. "Wir wussten, dass dies ein langer Prozess ist", sagte der amtierende OSZE-Vorsitzende und finnische Außenminister Alexander Stubb. "Wir gehen es langsam und Schritt für Schritt an."

Der fünftägige Krieg in Georgien begann am 7. August mit einer Offensive der georgischen Streitkräfte in Südossetien. Russische Truppen drängten sie zurück und besetzten zeitweise große Teile von Georgien. Nach dem Ende der Kämpfe hat Russland die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien anerkannt.

AP/DPA/Reuters / AP / DPA / Reuters