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Brexit-Chaos: Labour-Chef rät Theresa May: Von Jürgen Klopp lernen, heißt in Europa siegen lernen

Der Sieg des FC Liverpool über Barcelona war Balsam für die vom Brexit geschundene britische Seele. Endlich mal wieder ein gutes Ergebnis in Europa! Grund genug für Oppositionschef Jeremy Corbyn, der Premierministerin einen Rat zu geben.

Siegreiches Liverpool als Vorbild für Theresa May

"Never give up!" Siegreiche Liverpooler als Vorbild für Theresa May im Ringen um den Brexit? Im Bild (v.l.), der Ägypter Mohamed Salah, der deutsche Trainer Jürgen Klopp, die Niederländer Virgil van Dijk und Co-Trainer Pepijn Lijnders sowie James Milner.

DPA

"Angesichts der verblüffenden Vorstellung von Liverpool gestern Abend könnte die Premierministerin sich vielleicht ein paar Tipps bei Jürgen Klopp dazu holen, wie man in Europa ein gutes Ergebnis holt."

Diese Worte von Oppositionsführer Jeremy Corbyn während einer Frage im britischen Unterhaus zeigen schon, dass der 4:0-Sieg des FC Liverpool im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona weit mehr war als nur ein Fußball-Triumph. Es war ein britischer Sieg auf europäischer Ebene - und solche Erfolge sind seit dem Brexit-Chaos rar geworden. Dass der Architekt des britischen Triumphs ein Deutscher war, nämlich Coach Jürgen Klopp, machte die Sache für Corbyn vielleicht sogar noch wertvoller; gilt Deutschland doch gemeinhin auch in der EU-Politik als Taktgeber.

Liverpool: Geschlossener als die Tories

Premierministerin Theresa May, ihrerseits als Architektin des immer noch nicht vollzogenen Austritts verschrien, konterte laut einem Bericht des "Guardian" den vergifteten Ratschlag des Labour-Chefs auf britische Weise. Sie traue sich im Brexit-Rennen ein Comeback à la Liverpool zu, konstatierte sie - selbst wenn Europa gewinnt und die Uhr tickt. Der Sieg Liverpools zeige, so May, "dass wenn jeder sagt, es ist alles vorbei, dass dein europäischer Gegner dich geschlagen hat und die Zeit abläuft, der Moment gekommen ist, die Niederlage einzugestehen, wir immer noch Erfolg haben können, wenn wir zusammenstehen".

Allerdings zeigten die für eine Fragestunde an die Premierministerin ungewöhnlich leeren Bänke hinter May, dass die Tory-Mannschaft derzeit nicht so geschlossen zusammensteht wie das Team des FC Liverpool beim Triumph in der Champions League. Und bisher offenbarte May auch keinen so ausgeklügelten Plan wie Klopp ihn für das Spiel gegen Barca hatte. Aber noch bleibt May ja etwas Zeit, sich bei Klopp Tipps zu holen, wie man die Reihen schließt.

Jürgen Klopp (2.v.l.) feiert mit seinen Spielern Liverpools Einzug ins Finale der Champions League

Quellen: "The Guardian", "DPA"

dho