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Lösungsansatz für Ägypten: Deutsches Krankenhaus-Exil für Mubarak?

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak war bereits mehrmals zu ärztlichen Behandlungen in Deutschland. Ein weiterer Krankenhausaufenthalt könnte die Krise in seinem Land beenden.

Eine Ausreise von Ägyptens Staatschef Husni Mubarak nach Deutschland wird derzeit laut einem US-Medienbericht als möglicher Schritt hin zu einer Beilegung der Krise in dem arabischen Staat erwogen. Die US-Regierung und hohe ägyptische Vertreter aus Politik und Militär wollten Mubarak möglicherweise vorschlagen, zu einer "verlängerten" medizinischen Untersuchung nach Deutschland zu reisen, berichtet die "New York Times". Der 82-Jährige war bereits mehrfach für medizinische Eingriffe in Deutschland.

2004 verbrachte Mubarak wegen eines Bandscheibenvorfalls zweieinhalb Wochen in einer Münchner Spezialklinik, unter Vollnarkose wurde er dort zwischen dem vierten und fünften Rückenwirbel operiert. Anschließend empfahlen ihm die Ärzte des Münchner Orthozentrums Krankengymnastik, um seine Rücken- und Bauchmuskulatur zu stärken. Während seines Aufenthaltes in der Klinik erhielt er unter anderem Besuche vom jordanischen König Abdullah II., vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und von Bayerns damaligem Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU). Ursprünglich hätte der Krankenhausaufenthalt höchstens eine Woche dauern sollen.

Im Heidelberger Uniklinikum ließ sich Mubarak im März 2010 die Gallenblase entfernen. Er war nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Heidelberg gefahren. Die Klinik erklärte nach dem Eingriff, die Operation sei "gut verlaufen", kündigte aber an, dass Mubarak seine Ärzte zu Nachuntersuchungen wieder werde treffen müssen.

In Ägypten wird nur selten und sehr zurückhaltend über den Gesundheitszustand Mubaraks berichtet. In den vergangenen Jahren wurde aber immer wieder über gesundheitliche Probleme des Staatschefs spekuliert. Im Sommer 2007 sah sich Mubarak gar zu einem öffentlichen Auftritt genötigt, um die Spekulationen zu beenden.

Im gleichen Jahr wurde wegen der Berichterstattung über Mubaraks Gesundheitszustand der Chefredakteur der oppositionellen Zeitung "El Dostur", Ibrahim Eissa, zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde später auf zwei Monate abgemildert und schließlich von Mubarak selbst aufgehoben.

AFP/mm / AFP