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Pläne für Flucht ins Ausland Kommt Mubarak nach Deutschland?


Es ist der zwölfte Tag der Demonstrationen in Ägypten. Auf dem Tahrir-Platz fordern die Menschen weiterhin den Rückzug von Präsident Mubarak. Ein möglicher Zufluchtsort könnte Deutschland sein.

Wie lange kann sich der ägyptische Präsident Husni Mubarak noch halten? Das Exekutivkomitee seiner Nationaldemokratischen Partei ist am Samstag geschlossen zurückgetreten. Sie bestimmten Hossam Badrawi zum neuen Generalsekretär, der zugleich den Sohn von Staatschef Husni Mubarak, Gamal Mubarak, auf dem Posten des Vorsitzenden des politischen Komitees der Partei ablöst.

Mubarak selbst macht jedoch weiterhin keine Anstalten, zurückzutreten. Der hat den "Tag des Abgangs" überstanden und zeigt nach dem abgelaufenen Rücktritts-Ultimatum der Opposition demonstrativ Präsenz.

Abgang Mubarak – nach Deutschland?

Die "New York Times" berichtete derweil über mögliche Szenarien für einen Abgangs Mubaraks: Es gebe Überlegungen, den Präsidenten zu einer medizinischen Untersuchung nach Deutschland ausfliegen zu lassen. Dies sei Teil von Planungen der Führung um Vizepräsident Omar Suleiman. Er würde demnach zu seinem üblichen Gesundheits-Check nach Deutschland fliegen und diesmal länger bleiben. Eine Bestätigung für solche Planspiele gab es zunächst nicht.

Nach einer anderen Variante solle sich der Präsident in sein Ferienhaus im Badeort Scharm el Scheich zurückziehen. Die US-Zeitung berief sich dabei auf ungenannte US-Regierungsmitarbeiter. Ziel sei, dass Mubarak den Präsidentenpalast verlasse, aber nicht seines Amtes enthoben werden müsse.

Diese Szenarien gehörten zu Plänen des ägyptischen Vize-Präsidenten Omar Suleiman und Teilen der militärischen Führung, um den Einfluss Mubaraks zu begrenzen und gleichzeitig mit der Bildung einer Übergangsregierung unter Einbindung der Opposition zu beginnen. Diese Regierung könnte dann von Suleiman geführt werden, berichtete die Zeitung weiter. Eine Vorbedingung der Opposition für Gespräche mit Suleiman ist jedoch, dass Mubarak seine Amtsgeschäfte aufgeben muss. Noch im Laufe des Tages will der Rat der Weisen zusammen kommen und über die nächsten Schritte beraten.

Verwirrung um Anschlag auf Suleiman

Der US-Sender Fox News berichtete am Samstag von einem Anschlag auf Suleiman, der bereits kurz nach der Ernennung zum Vizepräsidenten verübt worden sein soll. Dabei sollen zwei Leibwächter getötet worden sein, wie der Sender unter Berufung auf Kreise der US-Regierung berichtete. Ägyptische Sicherheitskreise dementieren am Samstag auf Anfrage, dass es einen Anschlag auf Suleiman gegeben habe.

Wie Fox News weiter meldete, verweigerte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, einen Kommentar zu diesen Informationen. Auch am Rande der Sicherheitskonferenz in München war der unbestätigte Bericht ein Thema.

Situation in Kairo ruhig

Tausende Menschen haben sich am Morgen des zwölften Tages der Proteste auf dem Tahrir-Platz versammelt. Es sind nicht so viele wie nach dem Freitagsgebet. Die Situation ist ruhig. In den Seitenstraßen kommt es vereinzelt zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Anhängern von Mubarak.

Gaspipeline im Norden explodiert

Im Norden der ägyptischen Halbinsel Sinai ist am Samstagmorgen ein Anschlag auf eine nach Israel führende Gaspipeline verübt worden. "Saboteure haben sich die instabile Sicherheitslage zunutze gemacht", meldete das staatliche ägyptische Fernsehen am Samstag. Augenzeugen in der Provinzhauptstadt Al-Arisch berichteten von einer Explosion und von Flammen, die zu sehen gewesen seien. Ägypten beliefert Israel mit Erdgas aus ägyptischer Produktion. In der Bevölkerung gibt es Widerstand gegen das entsprechende Abkommen mit Israel.

swd/DPA/Reuters DPA Reuters

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