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Lynndie England: Gleiche Anklage, neues Verfahren

Drei Wochen nach ihrem geplatzten Verfahren musste Lynndie England erneut vor der Militärjustiz erscheinen. In einem zweiten Anlauf soll nun der wegen Gefangenenmisshandlung angeklagten US-Soldatin der Prozess gemacht werden.

Lynndie England, die Obergefreite der Reserve, verzichtete nach Medienberichten in einer gerichtlichen Anhörung auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas darauf, die sieben Anklagepunkte gegen sie anzufechten. Damit wird die Entscheidung über die Eröffnung eines Prozesses gegen die 22-Jährige direkt in die Hände des Stützpunkt-Kommandeurs gelegt. Im Fall einer Anfechtung hätte es ein Hearing zur Beweisprüfung geben müssen.

Warum in der letzten Anhörung auf eine Anfechtung verzichtet wurde, blieb zunächst unklar. Von Seiten der Verteidigung hieß es lediglich, es sei Teil ihrer Strategie.

Die schwere Last der Beweisfotos

Lynndie England ist auf mehreren besonders berüchtigten Fotos von Gefangenenmisshandlungen im irakischen Gefängnis Abu Ghreib zu sehen, die Anfang vergangenen Jahres weltweit Abscheu auslösten. Ein Bild zeigt die junge Frau zum Beispiel mit einem Häftling, den sie wie ein Hund an der Leine führt. England war bereits zuvor im Zusammenhang mit den Vorfällen von Abu Ghreib unter anderem wegen Verschwörung zur Misshandlung angeklagt gewesen. Eine Vereinbarung, die im Gegenzug zu einem Schuldbekenntnis eine milde Strafe vorsah, war dann geplatzt und das Verfahren mit einer neuen Anklageerhebung neu in die Wege geleitet worden.

DPA / DPA
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