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Mehr als eine Million Menschen: Die Bilder der größten Massenproteste in den USA seit Jahrzehnten

Bei Massenprotesten quer durch die USA haben sich Hunderttausende Menschen für Verschärfungen im laxen US-Waffenrecht eingesetzt. Allein in Washington D.C. gingen 800.000 auf die Straße.

March for our lives

Hunderttausende demonstrierten in der Pennsylvania Avenue: In Washington D.C. verbindet die breite Straße das Weiße Haus mit dem Capitol Hill, das im Hintergrund zu sehen ist.

Getty Images

Mehr als eine Million Menschen haben bei Demonstrationen quer durch die USA Verschärfungen im laxen US-Waffenrecht gefordert. Allein an der zentralen Kundgebung in der Hauptstadt Washington nahmen am Samstag hunderttausende Menschen teil. Junge Redner wie Emma Gonzalez, die das Schulmassaker von Parkland in Florida überlebt hatte, rührten viele Teilnehmer zu Tränen.

Die Demonstrationen liefen unter dem Titel "Marsch für unsere Leben". Ein Großteil der Teilnehmer waren Schüler und Lehrer. Sie prangerten die Bedrohung durch Schusswaffengewalt an den Schulen und den Einfluss der mächtigen Waffenlobby NRA auf die Politik an.

Die Organisatoren des Marschs in Washington gaben die Teilnehmerzahl mit 800.000 an, wie der Sender NBC berichtete. Angeführt wurde der Protest in der Hauptstadt von Schülern der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im Bundesstaat Florida, wo ein ehemaliger Mitschüler am Valentinstag 17 Menschen erschossen hatte.

Die Demonstrationen sind erst der Anfang

"Wir sind der Wandel", rief der 17-jährige Cameron Kasky, einer der Parkland-Überlebenden. Er kündigte an, dass seine durch die Schusswaffengewalt geprägte Generation mit langem Atem für eine "sichere Zukunft" kämpfen wolle: Der jetzige Marsch sei "nicht der Höhepunkt dieser Bewegung. Er ist der Anfang."

Einen ihrer emotionalsten Momente erreichte die Demonstration im Zentrum der Hauptstadt mit dem Auftritt der Parkland-Schülerin Emma Gonzalez, die zu einem der bekanntesten Gesichter der neuen Graswurzelbewegung geworden ist. Sie verharrte minutenlang schweigend am Mikrofon, während ihr Tränen die Wangen hinunterliefen.

Ihr Schweigen brach Gonzalez dann sechs Minuten und 20 Sekunden nach Beginn ihres Auftritts - genauso lang hatte das Morden an ihrer Schule gedauert. "In wenig mehr als sechs Minuten sind uns 17 unserer Freunde genommen.


tib/AFP