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Militäreinsatz Französische Soldaten kämpfen in Mali


Frankreich hat Truppen nach Mali geschickt. Die Einheiten sind laut Präsident Hollande seit Freitag in dem westafrikanischen Land im Einsatz und sollen dort islamistische Rebellen zurückdrängen.

Am Kampf gegen den Vormarsch der Islamisten in Mali sind seit Freitagnachmittag auch französische Soldaten beteiligt. Frankreichs Präsident François Hollande sagte am Abend in Paris: "Die französische Armee hat heute Nachmittag Unterstützung für die malischen Truppen geleistet, um gegen diese terroristischen Elemente zu kämpfen." Diese Operation werde so lange dauern wie nötig. Er sei damit dem Hilfeersuchen des malischen Präsidenten Dioncounda Traoré nachgekommen, der Frankreich um militärische Unterstützung gebeten hatte.

Zur Begründung für das französische Eingreifen sagte Hollande, es gehe um die Existenz dieses "befreundeten Staates, um die Sicherheit seiner Bevölkerung und die unserer Landsleute, es sind 6000 dort". Mali sei einer "Agression von terroristischen Elementen aus dem Norden" des Landes ausgesetzt, deren "Brutalität und Fanatismus" bekannt seien.

Zuvor hatte Frankreich lediglich eine Ausbildung malischer Soldaten unterstützen wollen, eine direkte Entsendung von Soldaten nach Mali sollte afrikanischen Ländern überlassen bleiben. Angesichts des Vormarsches der Islamisten ist die Regierung in Paris aber der Ansicht, dass sich die Lage nun geändert habe.

Deutsche sollen afrikanisches Land verlassen

In Mali haben nach einem Militärputsch im März Islamisten den Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht und dort das islamische Recht der Scharia ausgerufen. In den vergangenen Tagen waren die Islamisten weiter Richtung Süden vorgerückt und hatten zuletzt den Ort Konna nahe der Stadt Mopti im Zentrum des Landes eingenommen. Zur Rückeroberung Konnas startete die malische Armee nach Angaben aus Offizierskreisen am Freitag eine Offensive. Daran seien auch ausländische Flugzeuge "befreundeter Staaten" beteiligt gewesen, sagte ein Angehöriger des Militärs. Nachbarländer und auch westliche Staaten befürchten, dass Nordmali zu einem Rückzugsgebiet für islamische Terroristen werden könnte.

Wegen der heftigen Kämpfe hat die Bundesregierung deutschen Bürgern empfohlen, das Land zu verlassen. Jeder, dessen Aufenthalt in Mali nicht unbedingt erforderlich sei, solle Mali "mit den noch bestehenden kommerziellen Möglichkeiten" verlassen, teilte das Auswärtige Amt am Freitag mit. Vor Reisen in das afrikanische Land wird bis auf weiteres gewarnt. Besonders im "jeder staatlichen Kontrolle" entzogenen Nordosten bestehe für Ausländer ein hohes Risiko, Opfer von Entführungen oder anderer Gewaltverbrechen zu werden.

kng/AFP/DPA DPA

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