Mordfall Litwinenko Londoner in Sorge wegen Giftspuren


An drei Orten in London sind Spuren des Gifts gefunden worden, das Alexander Litwinenko getötet hat. Können auch Bürger mit dem Stoff in Berührung gekommen sein? Die Behörden versuchen, die Bevölkerung zu beruhigen.

Nach dem Fund von hochgiftigen Rückständen an drei Aufenthaltsorten des vergifteten russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko bemühen sich die britischen Behörden nun, Ängste in der Bevölkerung zu zerstreuen. Die britische Behörde für Gesundheitsschutz (HPA) rief Bürger auf, eine Notfall-Telefonnummer anzurufen, falls sie sich in Litwinenkos Wohnung, einem Hotel oder einem Sushi-Restaurant in London aufgehalten hätten. "Wir versuchen, alle zu finden, die irgendeinen Kontakt mit der radioaktiven Substanz gehabt haben könnten", sagte HPA-Chefin Pat Troop dem britischen Rundfunk BBC. Das seltene radioaktive Isotop Polonium 210 sei jedoch nur für Personen gefährlich, bei denen Rückstände in den Mund gelangt seien. Angesichts der Gefährlichkeit des Gifts blieb unklar, ob die Leiche des früheren russischen Spions obduziert wird.

Der Leichnam Litwinenkos sei unter Berücksichtigung aller erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen von der Klinik in ein Leichenschauhaus gebracht worden, erklärte die britische Regierung. Aus Regierungskreisen verlautete, derzeit werde erwogen, wie schwierig eine Leichenöffnung wäre. Litwinenko, der im Fall der ermordeten regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja recherchierte, hatte sich Anfang November mit angeblichen Informanten getroffen. Nach den Treffen erkrankte er so schwer, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, wo er in der Nacht zum Freitag schließlich starb. In einem Abschiedsbrief hatte Litvinenko Russlands Präsident Wladimir Putin des Mordes bezichtigt. Dieser wies den Vorwurf zurück. Ungeachtet dessen verlangten europaweit Politiker und Menschenrechtler von Putin Aufklärung in dem mysteriösen Todesfall.

Reuters Reuters

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