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Myanmar: Militärjunta lädt UN-Menschenrechtler ein

Der UN-Menschenrechtler Paolo Sergio Pinheiro wurden überraschend von der Militärjunta Myanmars zu Gesprächen eingeladen. Pinheiro will vor allem Aufschluss über die Toten bei dem gewaltsamen Militäreinsatz. Die Junta sprach bisher nur von 10 Opfern.

Die Militärjunta von Myanmar hat dem UN- Menschenrechtsgesandten vier Wochen nach der brutalen Niederschlagung der Demonstrationen überraschend Grünes Licht für eine Reise gegeben. Paolo Sergio Pinheiro werde in den nächsten drei Wochen nach Birma reisen, teilten die Vereinten Nationen in New York mit. Der UN- Gesandte für Birma, Ibrahim Gambari, war zur Vorbereitung seiner eigenen Rückkehr nach Myanmar in Indien.

Birmanische Exil- und Menschenrechtsgruppen bereiteten unterdessen in aller Welt einen Aktionstag vor. Sie wollen daran erinnern, dass die Oppositionsführerin aus Myanmar und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an dem Tag das zwölfte Jahr unter Hausarrest vollendet. In zwölf Ländern wollen zwölf Aktivisten vor der chinesischen Botschaft in Gefangenenuniform und mit Suu Kyi-Masken demonstrieren. Aktionen sind unter anderem in London, Paris, Rom, New York und Bangkok geplant.

"Sanktionen haben nur Symbolwert"

Die Exilanten aus Myanmar verlangen von der internationalen Gemeinschaft mehr Druck auf die Militärjunta in Myanmar, vor allem von China, das erhebliche Handelsinteressen hat und die Junta bislang im Weltsicherheitsrat vor scharfer Kritik geschützt hat. "Sanktionen haben nur Symbolwert", sagte Zin Linn von der Vereinigung "Nationale Koalitionsregierung der Union Myanmars" in Bangkok.

Die internationale Gemeinschaft müsse auf einen genauen Zeitrahmen für die angebotenen Gespräche mit der Opposition bestehen. "Die Vereinten Nationen und die südostasiatische Staatengemeinschaft ASEAN sollten den Dialog überwachen", sagte er.

Pinheiro soll auf Einladung der Junta vor dem am 17. November beginnenden ASEAN-Gipfel nach Myanmar reisen. Das Land ist Mitglied der Staatengemeinschaft. ASEAN hat die Unterdrückung der Proteste scharf verurteilt. Pinheiro will vor allem Aufschluss über die Zahl der Toten bei dem Militäreinsatz und der Festgenommenen gewinnen. Die Junta sprach bislang von zehn Toten, doch gehen Dissidenten eher von 200 Opfern aus. Dutzende Menschen sind verschwunden.

DPA / DPA