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Nach Herabstufung der Kreditwürdigkeit: Hollande macht Franzosen Mut

Hohe Staatsschulden, Verlust des Spitzenrankings: Für Frankreichs Wirtschaft sieht es düster aus. Präsident Hollande glaubt an den Aufschwung, doch auch er kann Steuererhöhungen nicht ausschließen.

Frankreichs Präsident Francois Hollande sieht trotz einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes eine positive Wende in der Wirtschaftskrise. "Der wirtschaftliche Aufschwung ist da", sagte der sozialistische Staatschef am Nationalfeiertag nach der traditionellen Militärparade auf den Pariser Champs Elysees in einem TV-Interview.

Das zweite Halbjahr 2013 werde besser als das erste, prognostizierte er. Die Industrieproduktion habe zugelegt, und die Konsumausgaben seien leicht gestiegen. Zudem rief Hollande die Franzosen dazu auf, positiver zu denken. Vor dem Hintergrund der hohen Staatsschulden schloss der Präsident Steuererhöhungen allerdings nicht aus.

Es droht keine weitere Herabstufung

Am Freitag hatte Frankreich sein letztes Spitzenrating verloren: Die Bonitätswächter von Fitch senkten ihre Bewertung für die Staatsanleihen des Eurolandes auf AA+ von zuvor AAA. Der Ausblick ist stabil, womit zunächst keine weitere Herabstufung droht. Die Ratingagentur begründete den Schritt mit den unsicheren Wirtschaftsaussichten, der hohen Arbeitslosenquote und Staatsverschuldung Frankreichs sowie der anhaltenden Eurokrise.

Die Agenturen S&P und Moody's hatten der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone vor einiger Zeit bereits die Bestnote entzogen. Im ersten Quartal war Frankreich in die Rezession gerutscht. Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici sagte nach der Herabstufung, dass die Regierung an ihren Plänen festhalte, das Haushaltsdefizit und die Arbeitslosigkeit zu senken.

ds/Reuters / Reuters