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Nach internationalem Druck: Kuba stimmt Freilassung politischer Häftlinge zu

Das unter internationalem Druck stehende Kuba hat nach Kirchenangaben der Freilassung von 52 politischen Häftlingen zugestimmt. Fünf Männer würden in Kürze nach Spanien entlassen, die anderen kämen in den kommenden Monaten frei und könnten entscheiden, ob sie die Inselrepublik verlassen wollten, teilte die katholische Kirche am Mittwoch mit.

Das unter internationalem Druck stehende Kuba hat nach Kirchenangaben der Freilassung von 52 politischen Häftlingen zugestimmt. Fünf Männer würden in Kürze nach Spanien entlassen, die anderen kämen in den kommenden Monaten frei und könnten entscheiden, ob sie die Inselrepublik verlassen wollten, teilte die katholische Kirche am Mittwoch mit. Die Freilassung der seit 2003 inhaftierten Oppositionellen war das Ergebnis von Gesprächen zwischen Präsident Raul Castro und Kardinal Jaime Ortega. Auch der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos hatte sich diese Woche in Havanna um die Entlassung der Häftlinge bemüht.

Moratinos erklärte, die Freilassung könne eine neue Ära in Kuba einleiten und das Problem der politischen Gefangenen endgültig lösen. Durch die Haftentlassung der 52 Männer sinkt die Zahl der aus politischen Gründen inhaftierten Kubaner auf etwa 100. Damit könnte ein wichtiger Stolperstein aus dem Weg geräumt werden, der besseren Beziehungen zu den USA und zur EU entgegensteht.

Das US-Außenministerium äußerte sich in einer ersten Stellungnahme vorsichtig optimistisch und sprach von einer positiven Entwicklung. Dagegen warnte die aus Kuba stammende republikanische Kongressabgeordnete Ileana Ros-Lehtinen davor, sich von Kuba narren zu lassen. Auf die kommunistische Führung in Havanna müsse unvermindert schwerer Druck ausgeübt werden, bis alle Gefangenen freikämen.

Bei kubanischen Dissidenten löste die bevorstehende Freilassung ein geteiltes Echo aus. So begrüßte Elizardo Sanchez von der unabhängigen Menschenrechtskommission zwar die Entscheidung. Er erwarte davon aber keine Wende zum Besseren. Die sah dagegen Laura Pollan von der Gruppe "Frauen in Weiß". Sie glaube, dass Kuba an einer bedeutenden Wegmarke stehe, sagte Pollan, deren Mann Hector Maceda ebenfalls seit 2003 in Haft ist.

Reuters / Reuters