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Nach sechs Wochen Haft frei Nordkorea entlässt 85-jährigen US-Veteran


Nach mehr als einem Monat Haft hat die nordkoreanische Führung Kriegsveteran Merrill Newman entlassen. Der 85-jährige sei "getarnt als Tourist" illegal in das Land eingereist, warf ihm Pjöngjang vor.

Die nordkoreanische Führung hat den 85-jährigen US-Bürger Merrill Newman freigelassen. Newman ist ein Veteran des Koreakriegs der Jahre 1950 bis 1953. Er sei "aus humanitären Gründen" ausgewiesen worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. Newman habe "ernsthaftes Bedauern" über seine Taten ausgedrückt, schrieb KCNA. Als weitere Gründe für die Ausweisung wurden sein hohes Alter und sein Gesundheitszustand genannt. Das US-Außenministerium begrüßte die Freilassung.

Auch US-Vizepräsident Joe Biden äußerte sich zu der Haftentlassung seines Landsmanns. Zugleich kritisierte Biden am Samstag bei einem Besuch in Südkorea das Regime in Pjöngjang wegen der Festnahme des 85 Jahre alten Kriegsveteranen vor mehr als einem Monat. "Das sind gute Nachrichten, die Volksrepublik ließ jemanden frei, den sie von vornherein nicht hätte haben sollen", so Biden. Zugleich rief er Nordkorea zur Freilassung des Amerikaners Kenneth Bae auf, der seit mehr als einem Jahr in dem Land festgehalten wird.

Entschuldigung in mangelhaftem Englisch

Newman war in Nordkorea seit Wochen wegen des Vorwurfs "feindlicher Handlungen" festgehalten worden. Nach nordkoreanischen Angaben reiste er im Oktober "getarnt als Tourist" in das Land ein. Die US-Regierung forderte vehement seine Freilassung wegen seines hohen Alters und gesundheitlicher Probleme. Allen US-Bürgern empfahl sie den Verzicht auf möglicherweise geplante Reisen nach Nordkorea.

Um die konsularische Betreuung Newmans in Nordkorea kümmerte sich Schweden, das die USA in dem Land vertritt, weil Washington und Pjöngjang keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Zuletzt hatte Pjöngjang ein angebliches Geständnis Newmans veröffentlicht. In der zum Teil in mangelhaftem Englisch verfassten "Entschuldigung" Newmans gestand er angeblich eine "lange Liste unauslöschbarer Verbrechen".

"Ich verstehe, dass ich nicht für meine Vergehen Vergebung erhalten kann, doch bitte ich auf den Knien um Verzeihung, indem ich mich bei der Regierung der Demokratischen Volksrepublik Korea und dem koreanischen Volk entschuldige", hieß es in der auf den 9. November datierten Textbotschaft. Auf Video- und Fotoaufnahmen war Newman beim Verlesen der Erklärung zu sehen.

Laut früheren KCNA-Angaben wurden Newman Verbrechen als Soldat während des Koreakriegs und als Tourist vorgeworfen. So habe er während seiner Reise die "Würde und Souveränität" des Landes verletzt und "das sozialistische System verleumdet". Als Berater des US-Militärgeheimdiensts habe er zudem während des Kriegs "Spionage und subversive Tätigkeiten" betrieben sowie nordkoreanische Soldaten und unschuldige Zivilisten getötet.

Newman traf nach seiner Ausweisung aus Nordkorea in Peking ein, wo er von Mitarbeitern der amerikanischen Botschaft empfangen wurde. Biden wollte zum Abschluss seines dreitägigen Besuchs in Südkorea noch die stark befestigte innerkoreanische Grenze besichtigen. Südkorea war die letzte Station einer einwöchigen Ostasienreise. Biden war zuvor in Tokio und Peking gewesen.

ono/DPA/AFP DPA

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