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Nahost-Konferenz: Bush fordert Kompromisse für Frieden

US-Präsident George W. Bush hat Israelis und Palästinenser zu "schwierigen Kompromissen" im Interesse des Friedens aufgefordert. Kurz vor Beginn der Nahost-Konferenz in Annapolis bekräftigte Bush, eine Zwei-Staaten-Lösung anzustreben.

US-Präsident George W. Bush hat zum Beginn der internationalen Nahostkonferenz in Annapolis von allen Konfliktparteien Kompromissbereitschaft und Zugeständnisse gefordert. Um einen Frieden und eine gerechte Zwei-Staaten-Lösung zu erzielen, "werden schwierige Kompromisse benötigt", sagte Bush bei einem festlichen Abendessen für die Teilnehmer der Konferenz im US- Außenministerium in Washington.

Allerdings konnten bis zum späten Montagabend Israelis und Palästinenser trotz fieberhafter Verhandlungen keine Einigung über eine gemeinsame Erklärung der Konfliktparteien erzielen. Die Nahostkonferenz soll nach sieben Jahren wieder einen intensiven Verhandlungsprozess zwischen Israelis und Palästinensern in Gang setzen. "Wir teilen das gleiche Ziel, zwei demokratische Staaten, Israel und Palästina, die friedlich und sicher Seite an Seite leben", betonte der US-Präsident.

USA loben Olmert und Abbas

Israelis und Palästinenser haben nach Bushs Worten Führer gewählt, die zu schwierigen Zugeständnissen bereit seien, meinte Bush. Er sei ermutigt von der breiten internationalen Zustimmung zu der 24- stündigen Nahostkonferenz, deren Arbeit an diesem Dienstagmorgen in Annapolis (US-Bundesstaat Maryland) beginnen soll. An dem Treffen in Annapolis nehmen 48 Staaten und Organisationen teil, darunter alle arabischen Staaten.

Zuvor hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice den Mut und die Führungsstärke des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas gepriesen. Olmert und Abbas hatten sich bei ihren getrennten Gesprächen mit Bush am Montag optimistisch über die Aussichten neuer Friedensverhandlungen geäußert. Abbas bezeichnete die Nahostkonferenz als eine "historische Initiative" und als Chance zum Frieden.

Auch der saudische Außenministers Prinz Saud al-Faisal sieht erstmals seit langer Zeit eine realistische Chance für einen Frieden. Die Nahost-Region stehe vor einem "Wendepunkt". Bei einem Scheitern werde der "nächste Konflikt sehr gefährlich", warnte er. Ursache für seinen Optimismus sei "das Gefühl der Entschlossenheit der USA", betonte Al-Feisal in einem Interview der Zeitschrift "Time". Die radikalislamische Hamas-Organisation kritisierte in Gaza die Nahostkonferenz scharf und bestritt erneut das Existenzrecht Israels.

DPA/AP / AP / DPA