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Neue Audiobotschaft Gaddafi wettert gegen die Nato


Er verstehe nicht, warum noch bombardiert werde, seine komplette Luftwaffe und Luftabwehr sei bereits zerstört: Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi hat die Nato in einer neuen Audiobotschaft heftig attackiert. Doch der Diktator gab sich auch kämpferisch.

Die ständigen Luftangriffe der Nato setzen dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi militärisch und persönlich schwer zu. Im Staatsfernsehen regte sich der Diktator in der Nacht zum Donnerstag über den Angriff auf das Haus seines langjährigen Weggefährten Al-Chuedi al-Hamidi am vergangenen Wochenende auf. Dieser Funktionär sei für die Finanzen des Militärs zuständig, sein Haus sei aber deshalb noch lange kein militärisches Ziel. Überhaupt habe die Nato bereits die komplette Luftwaffe und Luftabwehr seiner Armee zerstört. Er verstehe daher nicht, warum noch weiter bombardiert werde.

Die Nato hatte das Haus in der 70 Kilometer westlich von Tripolis gelegenen Stadt Surman als "Kommandozentrum von hohem militärischem Wert" bezeichnet. Die libysche Regierung sprach nach dem Angriff von 13 getöteten Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.

"Wir haben keine Angst vor dem Tod"

"Es gibt keine Übereinkunft mehr nachdem ihr unsere Kinder und Enkel getötet habt", wetterte Gaddafi in der Audiobotschaft. Für Hamidis vierjährige Enkelin Chaleda, die laut libyschen Angaben bei dem Angriff getötet wurde, wolle er das "höchste Monument Nordafrikas" bauen. Die Nato habe Hemidis töten wollen, weil er ein Held sei. Das Militärbündnis habe viermal dessen Büro in Tripolis bombardiert und dann sein Wohnhaus attackiert.

Gaddafi gab sich in seiner vom Fernsehen ausgestrahlten Audiobotschaft aber auch kämpferisch: "Wir werden widerstehen und der Kampf wird bis ins Jenseits getragen, bis ihr ausgelöscht seid", drohte er. "Wir haben keine Angst vor dem Tod und wir wollen als Märtyrer sterben." An die Adresse der Nato-Staaten sagte er: "Jesus hat nichts mit euch zu tun. (...) Ihr habt keine Religion und ihr hasst uns, weil wir Muslime sind."

In der Nacht zum Donnerstag gab es nach Auskunft von Bewohnern in Tripolis keine Luftangriffe in der Hauptstadt. Die Nato habe Ziele in der Umgebung der Stadt Sleitan bombardiert, hieß es inoffiziell.

mad/DPA/AFP DPA

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