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Nigerianischer Terrorist: Chef der Boko-Haram-Sekte ist womöglich tot

Der Anführer der islamischen Terrorgruppe Boko Haram, Abubakar Shekau, ist angeblich tot. Nach Angaben der nigerianischen Armee soll Shekau an den Folgen einer Schussverletzung gestorben sein.

Der Anführer der islamistischen Sekte Boko Haram ist nach Einschätzung des nigerianischen Militärs womöglich an den Folgen einer Schusswunde gestorben. Abubakar Shekau sei bei Gefechten mit der Armee am 30. Juni im Nordosten des Landes angeschossen worden, teilte die Armee am Montag mit. Aus Geheimdienstinformationen gehe hervor, dass er seinen Verletzungen wohl erlegen sei.

Shekau, der auch auf der US-Terrorliste steht, wurde den Angaben zufolge heimlich zur Behandlung nach Kamerun gebracht, wo er dann womöglich seinen Verletzungen erlag. Es sei davon auszugehen, dass der Chef der Sekte zwischen dem 25. Juli und dem 3. August gestorben sei, hieß es in der von einer Spezialeinheit in Nordosten Nigerias veröffentlichten Erklärung weiter. Sie legte sich darin jedoch nicht endgültig fest. Der Bericht wurde von unabhängigen Stellen zunächst nicht bestätigt.

Suche nach Beweis für Shekaus Tod läuft

Der nationale Armeesprecher, Brigadegeneral Chris Olukolade, sagte, es werde weiter nach zwingenden Beweisen für den Tod des Islamistenführers gesucht. Die USA hatten im März ein Kopfgeld von umgerechnet 5,3 Millionen Euro auf ihn ausgesetzt. In der vergangenen Woche tauchte eine Videobotschaft auf, in der sich ein Mann als Shekau ausgab und über Kämpfe am Monatsanfang sprach. Die Armee hält dieses Video aber für eine Fälschung.

Boko Haram kämpft seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt für einen islamischen Staat. Bei den Anschlägen und den Kämpfen mit der Armee wurden mindestens 3600 Menschen getötet. Die Armee startete im Mai eine Offensive zur Bekämpfung des Aufstands. In der vergangenen Woche wurde bekanntgegeben, dass der Vize-Chef der Sekte, Momodu Bama alias Abu Saad, während eines Angriffs von Boko Haram am 4. August getötet worden sei.

ds/AFP / AFP