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Medienbericht: Kim Jong-un lässt Vize-Regierungschef hinrichten

Seine Kritik an der Forstpolitik des Diktators kostete den nordkoreanischen Vize-Regierungschef anscheinend das Leben. Kim Jong-un soll ihn bereits im Mai von einem Erschießungskommando exekutieren lassen haben.

Kim Jong Un lässt Vize-Regierungschef von Nordkorea hinrichten

Lässt sich lieber beklatschen als kritisieren: Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hat einem südkoreanischen Medienbericht zufolge den stellvertretenden Ministerpräsidenten Choe Yong Gon hinrichten lassen

In Nordkorea soll einem Bericht aus dem südkoreanischen Seoul zufolge der stellvertretende Regierungschef hingerichtet worden sein. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap aus Südkorea am Mittwoch unter Berufung auf eine mit den Verhältnissen im Norden vertraute Quelle berichtete, wurde Choe Yong-gon bereits im Mai von einem Erschießungskommando exekutiert. Angeblich hatte er zuvor die Forstpolitik von Machthaber Kim Jong-un kritisiert.

Choe war seit Juni 2014 Vize-Regierungschef. Dem Bericht zufolge fand er seit Oktober vergangenen Jahres aber keine Erwähnung mehr in Nordkoreas Staatsmedien. Das könne darauf hindeuten, dass er aus dem Weg geschafft wurde, hieß es.

Yonhap verbreitet nicht zum ersten Mal Gerüchte

Im April hatte Yonhap unter Berufung auf den südkoreanischen Geheimdienst berichtet, Verteidigungsminister Hyon Yong-chol sei wegen Kritik an Machthaber Kim abgesetzt und exekutiert worden. Diese Information wurde später aber wieder in Zweifel gezogen.

Das kommunistische Nordkorea gehört zu den am meisten abgeschotteten Ländern der Welt, weshalb Nachrichten nur spärlich fließen. Kim regiert das Land mit diktatorischer Hand, es herrscht Zensur und die Opposition wird unterdrückt.

"Säuberung" des Staatsapparats

Kim soll seit Antritt der Nachfolge seines 2011 verstorbenen Vaters etwa 70 Vertreter des Staatsapparats gezielt ausgeschaltet haben. Dazu zählt auch sein Onkel Jang Song-thaek, der einst als zweitmächtigster Mann des Landes galt.

Im Mai hatte der südkoreanische Geheimdienst NIS über die Hinrichtung des nordkoreanischen Verteidigungsministers Hyon Yong-chol berichtet. Kim soll die Exekution veranlasst haben, weil Hyon bei einer Militärveranstaltung eingeschlafen sein soll. Der Minister wurde demnach auf einem Schießplatz mit einem Flugabwehr-Geschütz exekutiert.

ivi / AFP / Reuters