HOME

Trotz UN-Embargo: Rolls-Royce und Mercedes-Benz: Wie kommt Diktator Kim an seine Luxuskarossen?

PS-stark und extrem luxuriös: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un setzt in Sachen Mobilität nicht nur auf seinen Regierungszug, sondern ist auch gern in wuchtigen Staatskarossen aus Europa unterwegs – trotz Sanktionen für Luxusgüter.

Kim Jong Und un zwei Autos von Mercedes-Benz und Rolls-Royce

Kim Jong Un fährt Modelle von Mercedes und Rolls-Royce

PR

Nordkoreas Machthaber hat ein Faible für westliche Luxuslimousinen. Ob Großkarossen der Marke Mercedes oder Rolls-Royce: Wenn Kim Jong Un in solchen Wagen in Pjöngjang oder anderswo vorfährt oder wie jetzt in Hanoi selbst im Ausland durch die Gegend chauffiert wird, lösen die Bilder meist Verwunderung aus. Denn diese Autos stehen als Luxusgüter auf einer Embargoliste der Vereinten Nationen. Danach dürfen sie als Folge der nordkoreanischen Atom- und Raketentests nicht in das Land exportiert werden.

Wladimir Putin - Dienstwagen - Cortege - The Beast

Kim Jong Un vertraut auf europäische Autos

Nach seiner rund 4000 Kilometer langen Fahrt in seinem gepanzerten Spezialzug stieg Kim am Dienstag in der vietnamesischen Stadt Dong Dang an der Grenze zu China wie selbstverständlich in einen Mercedes S600 Pullman Guard um und fuhr weiter nach Hanoi. Dort traf er am  erneut US-Präsident Donald Trump. Seinen Pullman brachte er nach Berichten vietnamesischer Medien aus Pjöngjang mit.

Mercedes S600 Pullman Guard

Eines von Kim Jong Uns Autos: Mercedes S600 Pullman Guard

DPA

Im vergangenen Herbst war Kim vor einem Treffen mit US-Außenminister Mike Pompeo in Pjöngjang mit einem schwarzen Rolls-Royce vorgefahren. Schon fragten sich Kommentatoren, ob er auf eine andere Marke umgestiegen sei.

Rolls-Royce

Beim Treffen mit US-Außenminister Mike Pompeo setzte Kim Jong Un auf Luxus aus England: im Hintergrund ein Rolls-Royce

Imago Images

Zu seinem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In im vergangenen April im Grenzort Panmunjom war er mit einem Mercedes gekommen.

Mercedes von Kim Jong Un

Auch im April beim Besuch im Grenzort Panmunjom vertraute Diktator Kim dem "guten Stern auf allen Straßen"

DPA

Es wird angenommen, dass es Nordkorea unter Umgehung von Sanktionen, die es entschieden ablehnt, immer wieder gelingt, neue Limousinen und andere Luxusgüter ins Land zu schaffen. Die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" berichtete im Oktober unter Berufung auf Daten des chinesischen Zolls, Kim habe seit seiner Machtübernahme Ende 2011 mindestens vier Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) für Luxusautos, Uhren und Juwelen ausgegeben. Besonders Luxusautos und Uhren seien als Geschenke bei "loyalen Apparatschiks" begehrt.

In welchem Umfang der Fuhrpark der Herrscherfamilie mit westlichen Luxusfahrzeugen ausgestattet ist, ist unbekannt. Daimler betont, das Unternehmen liefere keine Limousinen nach Nordkorea. "Daimler hat seit weit über 15 Jahren keine Geschäftsbeziehungen zu Nordkorea und hält sich strikt an die US- und EU-Verordnungen", hieß es am Dienstag auf Anfrage. Um Lieferungen an das Land oder eine seiner Botschaften weltweit zu verhindern, habe das Unternehmen einen umfassenden Exportkontrollprozess eingeführt.

G20 in Hamburg: Welcher Staatschef hat die dickste Karosse?
wue / DPA