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Nordkorea: Pjöngjang lässt inhaftierten Amerikaner frei

Einer von drei in Nordkorea festgehaltenen Amerikanern durfte überraschend das Land verlassen. Ob die Führung in Pjöngjang bald auch die übrigen US-Bürger gehen lässt, ist jedoch unklar.

Nordkorea hat einen von drei gefangen gehaltenen US-Bürgern freigelassen. Jeffrey Fowle sei erlaubt worden, Nordkorea zu verlassen, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington. Der im April nach Nordkorea gereiste 56-Jährige befinde sich "auf dem Weg nach Hause". Seine Familie lebt in Ohio. Washington forderte Pjöngjang auf, auch die inhaftierten US-Bürger Matthew Miller und Kenneth Bae freizulassen.

Nach US-Angaben war Washington eine zeitliche Frist eingeräumt worden, Fowle aus dem Land zu bringen. Das Verteidigungsministerium schickte demnach ein Flugzeug in das Land, das in Pjöngjang landen und den US-Bürger abholen durfte, obwohl beide Länder keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Die Entscheidung Nordkoreas, Fowle freizulassen, werde "ausdrücklich begrüßt", erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses.

US-Außenamtssprecherin Marie Harf dankte den schwedischen Diplomaten, die vor Ort bei den Verhandlungen über die Freilassung des US-Bürgers geholfen hatten, für deren "unermüdliche Bemühungen". Fowle sei ärztlich untersucht worden und "offenbar bei guter Gesundheit". Wegen der noch laufenden Verhandlungen über die Freilassung der beiden weiteren inhaftierten US-Bürger wollte sich die Sprecherin nicht näher äußern. Es blieb zudem unklar, wann Fowle in den USA zurückerwartet wurde.

Die nordkoreanischen Behörden hatten Fowle vorgeworfen, eine Bibel in einem Nachtlokal im nördlichen Chongjin eine Bibel zurückgelassen zu haben. Er wurde im Mai verhaftet.

Der US-Bürger Miller wurde Mitte September wegen des Vorwurfs "feindseliger Akte" zu sechs Jahren Arbeitslager verurteilt. Der 24-Jährige soll bei der Einreise sein Visum zerrissen und Asyl in dem kommunistischen Staat gefordert haben. Der dritte US-Bürger Bae wurde bereits im November 2012 festgenommen und wegen des Vorwurfs der Planung eines Umsturzes zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt.

haw/DPA/AFP / DPA