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Nordkorea: Obama pocht auf Stopp des Atomprogramms

US-Präsident Barack Obama hat keinen Zweifel am diplomatischen Kurs der USA gegenüber Nordkorea gelassen. Zur Verbesserung des Verhältnisses gebe es nur einen Weg - den Stopp des nordkoreanischen Atomprogramms. Beobachter hatten darauf spekuliert, dass die Freilassung zweier US-Journalistinnen das angespannte Verhältnis entkrampfen könnte.

US-Präsident Barack Obama pocht nach der Freilassung zweier US-Journalistinnen auf den Stopp des nordkoreanischen Atomprogramms. Für Nordkorea gebe es einen Weg, die Beziehungen zu den USA zu verbessern, sagte Obama am Mittwoch in einem Interview des Fernsehsenders MSNBC. "Dazu gehört, dass sie nicht länger Atomwaffen entwickeln, dass sie kein provozierendes Verhalten an den Tag legen."

Das erfolgreiche Bemühen des früheren US-Präsidenten Bill Clinton um die Freilassung der beiden Frauen aus nordkoreanischer Haft sei eine humanitäre Mission gewesen, betonte Obama. "Präsident Clinton reiste im Namen der Familien." Die Journalistinnen waren im März bei Filmarbeiten am Grenzfluss zwischen China und Nordkorea festgenommen und wegen Grenzverletzung zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden.

Die US-Regierung erklärte, dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il sei keine Gegenleistung für die Freilassung der beiden Frauen in Aussicht gestellt worden. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte in Nairobi, es gebe keine Verbindung zwischen den Bemühungen um eine Freilassung der Frauen und dem Thema Atomprogramm.

Inzwischen hat auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an das kommunistische Regime appelliert, zu den Sechs-Parteien-Gesprächen über das Atomprogramm des Landes zurückzukehren. Er hoffe, dass der Dialog zwischen Nordkorea und den beteiligten Parteien schnellstmöglich wieder aufgenommen werden könne, ließ Ban am Mittwoch in New York von seiner Sprecherin Michèle Montas erklären.

Politische Beobachter hatten spekuliert, das Treffen zwischen Bill Clinton und Kim könne den Auftakt für bilaterale Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm bilden. Im April hatte Nordkorea seinen unwiderruflichen Rückzug von den seit 2003 laufenden Gesprächen über den Abbau seines Atomwaffenprogramms erklärt. Das Land reagierte damit auf die Verurteilung des Starts einer nordkoreanischen Langstreckenrakete durch den Weltsicherheitsrat. An den Sechs-Parteien-Gesprächen sind außer Nordkorea und den USA auch China, Südkorea, Japan und Russland beteiligt.

DPA/AP / AP / DPA