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Nordkoreanische Filmindustrie: Making-of als gigantisches Ölgemälde

Kim Jong Il war bekannt für seine Liebe zum Film. Riesige Gemälde zeigen den verstorbenen Führer Nordkoreas bei Dreharbeiten. Das "Vice"-Magazin versucht, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

In Nordkorea ist bekanntlich alles etwas, nun ja, wuchtiger: die Armut, der Personenkult, die Show. Wo westliche Filmemacher mühevoll an einer Making-of-Version für DVDs herumbasteln, schreiten in der letzten stalinistischen Diktatur der Welt gleich Künstler zur Tat, um Szenen der Filmproduktion auf Ölgemälden von sehr vielen Quadratmetern Größe herzustellen. So zu sehen in einer Dokumentation der Lifestyle-Kanals "Vice".com. In dem dreiteiligen Video reist ein Team in das isolierte Reich und versucht Zugang zu den Filmstudios des Landes zu bekommen.

In dem knapp halbstündigen Beitrag erhalten die Macher zwar nicht ganz den erhofften Einblick in die sagenumrankte Filmindustrie des Landes, aber dafür aber in andere Aspekte des freakigsten Land der Welt zu sehen. "Vice" berichtet regelmäßig aus und von Nordkorea. Vor einiger Zeit hatte das Magazin angekündigt, ein exklusives Interview mit Führer Kim Jong Un geführt zu haben, was schlicht eine Sensation wäre. Bislang aber war nichts von diesem Gespräch zu hören gewesen.

Niels Kruse